Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 12 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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92 Mag der Unglaube noch so sehr das Rommen des Weltgerichts bestreiten: wir Christen bleiben bei der Lehre des Apostolischen Glaubensbekenntnisses, daß (Lhristus, der HErr, wiederkommen werde, zu richten die Lebendigen und die Toten, und wir bekennen und bitten mit den Worten Paul Gerhardts: ,,<2r kommt zum Weltgerichte: Acb, komm, ach, komm, o Sonne, Zum Fluch dem, der ihm flucht, U»d hol' uns allzumal Mt Gnad' und süßem Lichte Zum ew'gen Licht und Wonne Dem, der ihn liebt und sucht. In deinen Freudensaal." _ F. Seebaß. Aus Abessinien II. (Schluß.) In der Nacht erkrankte Wandern Hüning Negusie. Wir kamen in große Bedrängnis, tlahmen aber unsere Zuflucht im Gebet zu IEsu, der einst alle Rranken heilte. Am Morgen fühlte er sich wohler, so daß wir langsam unsere Reise fortsetzen konnten. Unser Weg führte uns durch eine Wildnis, die voll von Dornen, Felsen und wilden Tieren ist. Der Glaube war unser Schild und das ,. Evangelium unsere Waffe. Gegen Abend erreichten wir das Dorf Guraba. Hier wohnen viele Falaschas. Sie haben eine große Synagoge und acht Priester. Die Priester unterrichten Jünglinge, die Priester werden wollen. In der Frühe kam ein Falascha zu uns, der uns kannte, und sagte: „Es ist gut, daß Ihr gekommen seid. Heute soll es entschieden werden, ob wir die Wahrheit haben oder Ihr. Rommt mit mir! Ich bringe Euch zu unfern Priestern." In der Nähe der Synagoge befinden sich die acht Hütten, welche die Priester bewohnen. Alle acht sind durch einen großen Zaun eingefriedigt, der nur ein auf die Synagoge zuführendes Thor hat. Frauen dürfen diese heiligen Wohnungen nicht betreten. Auf dem großen Nersammlungsplatz ließen uns die Priester Matten legen zum Sitzen. Bald erschienen alle acht und brachten aus der Synagoge drei mit Seidenstoff behangene Bücher mit. 30 Falaschas und eine noch weit größere Zahl von Frauen und Rindern hatten sich um uns versammelt. Zuerst sagten wir, warum wir gekommen seien. Dann öffneten wir unsere Bibel und lasen und erklärten die messianischen Stellen. Der Oberpriester, Aba Arjani, übersetzte aus ihren äthiopischen Büchern, aber nicht wortgetreu. Er that vieles hinzu, was nicht dastand. Er kennt das Äthiopische gründlich und hat einen klugen Aopf, aber ein böses, vom Teufel verfinstertes Herz. Er suchte die messianischen Weissagungen aus Israel zu deuten, kam aber zum öfteren so in die Enge, daß er keine Antwort mehr geben konnte. Unsere Zuhörer teilten sich in zwei Parteien, von welchen die eine auf unserer, die andere auf der Priester Seite stand. Am folgenden Tage erreichten wir Anbaquabit in Sakalt. Da wir auf unseren früheren Reisen zweimal hiergewesen waren, begrüßten uns die Falaschas freundlich. Der Priester sagte: „Ich habe etliche Fragen. Wollt Ihr mir darauf Antwort geben? Wo steht im A. T., daß IEsus Gottes Sohn war, ehe die Welt