Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 12 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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9\ „Es wird sich empören ein Volk über das andere und ein Königreich über das andere, und werden fein Pestilenz und teure Zeit und Erdbeben hin und wieder. Dann wird sich allererst die Not anheben. Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen U)elt, zu einem Zeugnis über alle Völker. Dann wird das Ende kommen." So hats der Herr Ehristus seinen Jüngern verkündet. Sind diese Anzeichen nicht schon im Lauf der Geschichte in die Erscheinung getreten? Ziehen nicht die Boten des Evangeliums hin zu den Völkern des Nordens wie des Südens, nach Indien, nach Ehina, nach Japan und zu den asiatischen und den australischen Inseln? VOxz lange wirds in ' unferm Zeitalter des Dampfes und der Elektrizität noch dauern, daß allen Völkern das Evangelium von Ehristo und seinem Reich gepredigt wird? Sind nicht auch die andern von Ehristus geweissagten Zeichen zum großen Teile schon eingetreten? Hat uns nicht die Geschichte berichtet von schrecklichen Hungersnöten, von furchtbaren Epidemieen, dem schwarzen Tod, der Lholera und anderen verheerenden Krankheiten? Sind nicht öfter, namentlich auch in unseren Tagen, Erdbeben vorgekommen? Ein Volk wird sich nach der Weissagung empören über das andere und ein Königreich über das andere. Auch dies hat sich im Laufe der Geschichte öfter ereignet, und auch unsere Zeit liefert Beispiele für die Wahrheit dieses HErrenwortes. In Österreich befehden sich die Lzechen und die Deutschen auf das bitterste; in Ungarn trachten die führenden Magyaren, die Deutschen in Siebenbürgen und auch andere Nationalitäten zu unterdrücken; Amerika hat einen ganz ungerechten Krieg gegen Spanien, dessen traurige Zustände hier nicht beschönigt werden sollen, geführt; England rüstet zur See mit großer Macht, und bereitet sich, wie es scheint, auf den gewaltigen Entscheidungskampf mit dem russischen Reiche vor. So sehen wir, wie die Worte des HErrn im Lauf der Zeiten sich verwirklicht haben. Und auch die Schilderung, die St. Paulus von den letzten Zeiten im 2. Timotheusbriefe entwirft, müssen wir, wenn wir so manche Zeitereignisse ins Auge fassen, als zutreffend anerkennen. Er sagt: „Es werden Menschen sein, die von sich selbst halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer und den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, störrig, unversöhnlich, Schänder, unkeusch, wild, ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr lieben Wollust, denn Gott" u. s. w. Wir wollen hier nur kurz an die grauenhaften Lustmorde, von denen in den letzten Jahren öfter in den Zeitungen berichtet wurde, und die Schandthaten der Anarchisten, dieser Teufel in Menschengestalt, die auf die Zerstörung aller Staats- und Gesellschaftsordnung ausgehen, erinnern. Die Bombenattentate in Paris, in Spanien, in Amerika, ferner die Ermordung des Präsidenten Earnot und der Kaiserin Elisabeth sind noch nicht vergessen. Man denke an die Mörder Easerio und Lucchenil Sind dieselben nicht störrige, aufgeblasene Frevler, von denen sich noch Luccheni seiner Schandthat rühmte? Mögen die werten Leser weiter die Worte St. Pauli mit unseren jetzigen Zuständen vergleichen! Sie werden zugeben müssen, daß auch diese Prophezeiung sich erfüllt.