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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 11 (1898) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
11 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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durstig, kainen wir gegen Abend zu einem Gelanlager. Die Gelans erlaubten uns bei ihnen zu übernachten und gaben uns Brot und Milch. Sie haben große Viehherden und treiben keinen Ackerbau. Sie sind getauft, aber so unwissend wie die Heiden. (Schluß folgt.) ZU Kok. 1> 12-20. In einem alten Schloß hing eine unbrauchbare Harfe an der wand eines großen Zimmers. Ihre Saiten waren zerrissen und mit Staub bedeckt. Lines Tages betrat ein Fremder den Raum. Lr erblickte das Instrument, nahm es in die Hand, befreite es vom Staube und brachte es wieder in Ordnung. Nun erwachte der süße wohlklang wieder, der lange geschwiegen hatte, und alle lauschten mit Entzücken dem Spiel des Meisters. — In jedem Menschenherzen hängt eine wunderbare Harfe. Sie ist mit Staub bedeckt, und ihre Saiten sind zerrissen, solange der himmlische Meister sie noch nicht gefunden hat. Wenn aber er, ILsus Lhristus sie wiederherstellt, tönt sie wieder in alter Klangfülle. Jetzt preist sie immerdar die Liebe, welche diel Gewalt der Sünde brach. f Zum Nachdenken. 1. Das Christentum ist ein göttlicher Gesundbrunnen und hat auch das Los eines solchen. Denn es kommen nicht alle Kranken zu ihm; es trinken nicht alle aus dem Brunnen, wie sie könnten und sollten; es verhalten sich nicht alle Kurgäste vor und nach dem Gebrauch der Ouelle, wie sie sollten. Deshalb macht der Gesundbrunnen so wenige gesund. (Bischof Sailer.) 2. wir sind sündige Menschen, welche der Heiligkeit Gottes nimmermehr genügen. Ls hilft uns nichts, Gottes zu vergessen: damit vergißt er unser nicht. Wir müssen sein Mißfallen fürchten in diesem und jenem Leben. Line Versöhnung mit Gott ist notwendig. Dem Menschen ist es nicht möglich, irgend etwas vor Gott wiedergutzumachen. Gott muß uns unsere Sünden vergeben: nur so können wir mit Gott versöhnt werden. Aber verträgt sich dies mit Gottes Gerechtigkeit? Ist nicht Gefahr, daß wir die Strafbarkeit des Bösen erst recht vergessen, wenn unsere Schuld uns ohne weiteres erlassen wird? Die Versöhnung kann nicht die bloße Ankündigung der Vergebung aller Schuld sein, sondern sie muß eine That Gottes sein, welche uns zugleich zeigt, wie Gott die Sünde haßt, aber den Sünder liebt, so daß wir zugleich mit dem tiefsten Lrnst erfüllt und doch von der Gewißheit der Gnade erhoben werden. Solch eine Versöhnung verkündigt Paulus in den Worten: „Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit sich selbst" (2. Kor. 5, $). Die Versöhnung war vorlängst abgebildet durch den Opferdienst des A. T., insbesondere durch den Dienst des Hohenpriesters am großen versöhnungstage. (Der Nachbar.) 3. Manche Christen scheinen zu denken, daß sie ein leichteres Leben führen werden, wenn sie nie ein Bekenntnis ablegen. wie eine Ratte hinter dem Getäfel kommen sie nach dem Kerzenlicht heraus, erlangen eine Krume und gleiten dann wieder zurück. Ich möchte ein solches Leben nicht führen. (Sxurgeon.) Aadenscheinige Gründe gegen die Arbeit der Zudenmisston. Man sagt: „Die Juden können in die Kirche gehen, wenn sie Lust haben, das Christentum kennen zu lernen." Sie haben aber keine Lust. Manches hält sie zurück: die Erinnerung an die Iudenhetzen im Mittelalter, die Iudenfeindschaft der Gegenwart, der Bilderdienst in der griechischen und römischen Kirche^ Ferner sagt man: „Die Juden haben gleich uns die h. Schrift." Aber sie wissen sie nicht recht zu gebrauchen, was ist ein Schloß ohne Schlüssel? Je vollkommener das Schloß, desto nötiger ist der Schlüssel, wunderbar ist die Religion, zu welcher der Tod des Sohnes Gottes den Schlüssel abgiebt. Den kennen die Juden nicht. Darum hängt bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, die Decke vor ihren Kerzen, weiter sagt man: „Die Iudenmission ist biblisch nicht begründet." Als ob die Schrift nicht voll wäre der Gnadenverheißungen auch für das gefallene Israel; als ob die Jünger des HErrn, Paulus voran, nicht fort und fort durch Werk und Wort bekundeten, daß Gott sein Volk nicht verstoßen habe! Endlich zieht man die Erfolglosigkeit der Iudenmission heran. Sie ist nicht erfolglos. Die-

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