Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Zahlen reden laut genug. Sie liefern den Thatbeweis: Gott hat fein Volk nicht verstoßen. Und es würden sicher noch mehr gewonnen werden, wenn nur die Christen der Iudenmission mehr Aufmerksamkeit schenken wollten. Sie muß wieder eine Angelegenheit der ganzen christlichen Gemeinde werden. (P. R. Bieling.) Zn der Sommerfrische machte der Wiener Missionar Kameras 4695 die Bekanntschaft eines jüdischen Ingenieurs. Bald fand er Gelegenheit, mit diesem über sein Seelenheil und die Erlösung durch Christum IEsum zu reden. Der Israelit hörte aufmerksam zu. Es schien, daß der Same des göttlichen Wortes auf einen guten fruchtbaren Boden gefallen war. Beide Männer kehrten dann nach Wien zurück. Sooft sie sich hier wiedersahen, brachte K. die Rede auf das eine Notwendige. Der andere ließ sich zwar bereitwillig in die h. Schrift weiter einführen, ging der Entscheidung aber zunächst aus dem Wege. Schon fürchtete der Christ, daß das ernste Wort Luk. 12, 47 auf diesen Juden bezogen werden müsse: „Der Knecht, der seines HErrn willen weiß und hat sich nicht bereitet, auch nicht nach seinem willen gethan, der wird viele Streiche leiden müssen." Um so mehr wurde er freudig überrascht, als im Frühjahr W8 der Ingenieur zu ihm kam und um TaufunLerricht bat. Den zuerst in der Sommerfrische empfangenen Eindruck hatte ein Todesfall verstärkt. „Ihre Worte", sagte der Besucher, „haben mich davon überzeugt, daß Christus der Erlöser Israels ist. Ich erkenne ihn als solchen an. Indessen habe ich von dieser Erkenntnis bisher keinen Gebrauch gemacht. Ich meinte immer, ich hätte noch Zeit, ein öffentliches Bekenntnis meines Glaubens abzulegen. Jetzt aber hat Gott mir nur allzu deutlich gezeigt, daß ich über die Zeit nicht verfügen kann, und daß ich es nicht länger aufschieben sollte, mir die göttliche Gnade zu sichern. Dieser Tage starb plötzlich einer meiner besten Freunde in jugendlichem Alter, gesund und lebensfrisch. Sein plötzliches Hinscheiden lehrte mich, daß ich keine Zeit verlieren dürfe. Und so habe ich Sie sobald als möglich aufgesucht." Der Missionar entsprach der Bitte des Ingenieurs. Dieser ist jetzt ein Glied des neuen Bundes. Hierquöterei und Judenhaß in Jlrankreich. In einer französischen Zeitung wurde die in Frankreich auf sittlichem Gebiet herrschende Entartung folgendermaßen beleuchtet: Zwei kleine Mädchen, die sich in der Schule gut gemacht haben, bitten ihren Vater, zur Belohnung einem öffentlichen Kampf zwischen einem Elefanten und 6 Tigern beiwohnen zu dürfen. Als der Vater einwilligt, bitten sie weiter um die Erlaubnis zum Besuch eines Kampfes, der zwischen einem Löwen und einer Boa stattfinden soll. Auch dieser Wunsch wird ihnen gewährt. Jetzt hat die eine Kleine noch ein Anliegen. Sie sagt: „Mein Traum wäre es, zu einem Kampf gehen zu können, der nächstens in Algier veranstaltet wird. Ich habe es in der Zeitung gelesen. Man sperrt einen Panther und \2 Juden in einen Käsig, wann werde ich das sehen können?" Der Vater vertröstet seine Tochter auf später, da sie jetzt für ein solches Schauspiel noch zu jung sei. Auf ihre Frage: „Wann denn?" antwortet er: „Nach Deiner ersten Kommunion." ZLücheröerichL. -London Society (vgl. S. 56): Mi. Rosenstrauch, rniPP^ P.— Scheffer & Co., Amsterdam: A. Zahn, Über den biblischen und kirchlichen Begriff der Anrechnung. XII und \2\ S. — I. L. Hinrichs, Leipzig: I. de le Roi, Iudentaufen im 19. Iahrh. 56 S. 75 pfg. — Ev. Iünglingsvereinshaus, Elberfeld: G. Diederich, Die Llberfelder Missionsgesellschaft von 1799—^899. 30 S. — wupperthaler Traktatgesellschaft, Barmen: F. gerbst, Der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Betrachtungen über das B. Esther. ^9 S. \ Mk. — Br. & F. Bible Soe., London: 1) G. A. King, In our tongues. 32 P. 6 d. 2) J. Gordon Watt, Four hundred tongues. 24 P. 6 d. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße s3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahresxreis: 80 Pf. 5>ruck von 3. Windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.