Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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82 vor dem Besuch des Lesezimmers der Mission, nachdem man denselben früher schon auf andere Weise zu verhindern gesucht hatte. In der rumänischen Stadt Verlad (Barladu) ließ ein Israelit an einem Rolporteur seinen Zorn darüber aus, daß dieser es gewagt habe, an seinen Sohn, einen etwa ^7jährigen Jüngling, ein Buch von dem Gehängten zu verkaufen. Neben der Feindseligkeit der einen stand das freundliche Entgegenkommen der andern. Eine italienische Jüdin bezeugte ihre Freude über die Worte von Miss. Arias und bemerkte hierbei: ,,Unsere Rabbiner reden nie mit uns über Religion." Ein Jude, der in Mogador an einem Religionsgespräch teilnahm, sagte zu Miss. Zerbib: „Sie haben mir in einer Stunde mehr Hoffnung, Mut und Glauben an die h. Schrift eingeflößt, als ich in 25 Jahren bei unfern Rabbinern fand." „Wir begehren, nur Gottes Wort", sagte ein anderer Marokkaner. „Die rabbinischen Überlieferungen haben uns nicht weit gebracht." In Safed besuchte einst ein aufrichtig frommet und auf die baldige Wiederherstellung Israels hoffender Rabbiner den Miss. Friedmann. Als dieser das Gespräch auf den in IEsu erschienenen Messias lenkte, entzog er sich seiner Unterweisung nicht. Von Entgegenkommen zeugt es auch, daß viele Israeliten sich Missionsschriften erwarben. Z. B. verteilte Frl. Blumberg, die Leiterin der Niederlage in Warschau, Bialastr. % im Laufe des Jahres \52\ Bibelteile und W9 Traktate. In Rumänien wurden beim Schriftenverkauf mehr als 59, in Marokko mehr als 38 £ erlöst. Während eines 5tägigen Aufenthalts in Saloniki verkauften Miss. Mühlenbruch und Rolp. Souregeon 385 Schriften. Sodann übergaben wieder viele jüdische Eltern ihre Rinder den Missionsschulen. In Bukarest war der Zudrang so groß, daß zwei neue Rlassen eingerichtet werden mußten. In Jerusalem und Teheran konnte eine große Anzahl Rinder wegen Platzmangel keine Aufnahme finden. Endlich ließen sich viele Israeliten die missionsärztliche Hilfe gerne gefallen. In Damaskus wurden binnen sechs Monaten 693 Rrankheitsfälle behandelt. In Jerusalem, wo der von Zeit zu Zeit in den Synagogen wieder veröffentlichte Therem von den meisten jetzt nur als „gewöhnliche Tinte auf gewöhnlichem Papier" betrachtet wird, befanden sich während des ganzen Jahres 793 Rranke im Missionsspital und kamen \2 ^9\ in die Poliklinik. Außerdem machten die beiden Arzte \265 Hausbesuche. Oft gab sich eine wirkliche Hinneigung zum Evangelium zu erkennen. Ein deutscher Israelit las ein von Miss. Flad erhaltenes N. T. am Jom Rippur durch, statt in die Synagoge zu gehen, und sagte nachher: „IEsus war der Messias. Ich glaube an ihn. Aber um meiner Familie willen kann ich den Glauben meines Innern nicht öffentlich bekennen." Ebenso erklärte ein greiser rumänischer Jude: „Ich habe das N. T. nicht nur einmal, sondern mehrmals sorgfältig gelesen. Ich kenne manche Stellen auswendig, auch die ganze Bergpredigt. Ich glaube in Wahrheit, daß IEsus der wahre Messias war, auf den die Juden noch vergeblich warten. Aber meine