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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 10 (1898) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
10 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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77 gebung seiner Sünden gewiß sei. Mit großer Freudigkeit bezeugte er, er habe die Gewißheit, daß IEsus sein Fürsprecher beim Vater sei und ihn zu Gnaden angenommen habe. „IEsu Blut," sagte er, „hat meine große Sündenschuld 'ausgetilgt. Ich darf heim, um im Fimmel meinem Erlöser Lob, Preis und Dank zu sagen." Sanft und ruhig entschlief er. Gr war ein rechter Israelit, demütig und ohne Falsch. Mir haben andere, von denen ich das nicht sagen kann. Ich war ganz erstaunt über die große Zahl unserer in der Zerstreuung lebenden proselyten, die ihrem Glauben an IEsum treu geblieben sind, aber durch die Derwische Hab' und Gut verloren haben. Diese geistig zu pflegen, ist unsere Hauptaufgabe. Es ist viel leibliche Not und Armut vorhanden. Bei vielen Witwen, Waisen und Alten sollte nian auch leiblich helfen. Aber woher die Mittel nehmen? Viele Grüße an Sie, Ihre liebe Frau und Ainder und meine vielen treuen Freunde und Bekannten von meiner Frau und Ihrem dankbar ergebenen M. Argawi. Sündengeld. Wenn in Deutschland alljährlich 2500 Millionen Mark für Bier, Wein und Branntwein ausgegeben werden, so ist ein großer Teil dieses Betrages als Sündengeld zu bezeichnen. Wenn allein in London 4>00 Millionen Mark jährlich der Unzucht geopfert werden, so ist diese ganze Summe ein Sündengeld. Wenn ein englischer Lord 5 Millionen Mark für die Zwecke der Vivisektion gespendet hat, so sehe ich auch dies als ein Südengeld an. Aber wenn die evangelische Christenheit 22 Millionen Mark im Jahr für die Mission aufbringt, so können hier nur Leute, welche die Finsternis mehr lieben als das Licht, von einem Sündengeld reden. Es giebt keinen besseren Gebrauch des irdischen Gutes, als wenn man es zur Linderung des größten menschlichen Elendes, der Gottverlassenheit, zur Ausbreitung des größten göttlichen Segens, der Gottesgemeinschaft, anwendet. Eine solche Ausgabe entspricht der uns gestellten Aufgabe. Denn die Mission ist nicht eine Liebhaberei, die man willkürlich betreibt oder unterläßt, sondern eine Leistung, zu welcher uns ein höherer Wille verpflichtet. Vgl. Ies. 5-8; *5, 23 f,; Ier. J6, ly—2s; Zeph. 3, 9; Mal. Mat. 9, 37 f.; s3, 3\ f.; 2\, 2% 28, l9 f.; Mark. s6, \5; Luk. 2, 30-32; 23; Ioh. 3, s6; \0, s6; Apg. s3, 2 f.; s6, 9; s7, 30; Röm. s0, \3—H5; Lph. s, sO; \. Tim. 2, <*—6; Dff. 3, 2; 7, 9 f. Also nicht der Sünde, sondern der Gerechtigkeit dient das Missionsgeld, weil es Gott dient. Sündengeld darf man es auch dann nicht nennen, wenn die Missionsarbeit geringe äußere Erfolge aufzuweisen hat. Diese Arbeit wird manchmal nicht sofort, aber doch später belohnt. Der eine sät: der andere erntet (Ioh. H, 37). Der eine predigt: der andere tauft. Oft lebt übrigens der andere, dem es vergönnt ist, die Frucht zu sehen und einzuheimsen, zu gleicher Zeit wie der Arbeiter, nur an einem andern Ort oder in einem andern Wirkungskreise. Wie viele Israeliten werden wohl in unfern deutschen Landeskirchen getauft, die von Missionaren die erste christliche Anregung erhielten! Daher

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