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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 10 (1898) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
10 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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76 es mir schenken, daß, wie Tersteegen sagt, „im Wort, im Werk, in allem Wesen sei IEsus und sonst nichts zu lesen!" Zum Preise Gottes darf ich Ihnen schreiben, daß die vielen Nöten und Entbehrungen uns Brüder innerlich verbinden und einander nahe bringen. Rein Streit, kein Neid! Ihrem Wunsche, die früheren Missionsstationen wieder zu bauen und zu besetzen, konnten wir, der politischen Verhältnisse halber, nicht entsprechen. Ich wage nicht die Gründe dem Papier anzuvertrauen. Unser Bote wird sie Herrn Svensson sagen, und derselbe wird sie Ihnen schreiben. Wir haben viele Feinde und sind von Spionen umgeben. Nach reiflicher Überlegung kamen wir zu dem Beschluß, hier wohnen zu bleiben und von hier aus Missionsreisen zu machen. Wie Sie in unsern Berichten finden, machten wir ^898 zweimal Missionspredigtreisen in die Provinzen Metscha und Godjam und zwei in die Provinzen Wogera, Dembea, und Sakalt, wo uns bei Falaschas und proselyten reichlich Gelegenheit geboten wurde, das Evangelium von IEsu Christo, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, zu verkündigen. Eine große Freude war es für uns, daß wir erwachsene Juden taufen lassen konnten. In unsern Schulen in Debra Tabor werden täglich viele Anaben unterrichtet. Sonntags dient das Schullokal, in Ermangelung eines andern, als Versammlungsort für unsere Gottesdienste und Bibelstunden. Eine besondere Freude für uns und unser Volk war die Rückkehr der durch die Derwische ^889 in die Sklaverei verkauften Abessinier. Längst Totgeglaubte kamen wieder. Freilich, Tausende kamen nicht wieder, sie sind abgeschlachtet worden oder den Strapazen und Mißhandlungen erlegen. Nachdem die Engländer in Omdurman die Derwische besiegt hatten, mußten alle Abessinier freigegeben werden. Diese wurden dann von den Engländern in ihre Heimat zurückgesandt. Auch von unsern Proselyten kamen etliche zurück, haarsträubend sind ihre Erzählungen über die unmenschliche Behandlung, welcher sie ausgesetzt waren. Die proselyten in Godjam kamen zu uns zu Besuch. Sie hatten 6 Tage zu reisen. Bei mir blieben sie eine Woche und bei den andern Brüdern auch eine Woche. Alle zu verköstigen, war keine leichte Aufgabe für unsere Frauen. Aber sie haben es um der Brüder und um IEsu willen willig und freudig gethan. Beim ersten Hahnenschrei mußten sie jeden Morgen aufstehen, um bis zum Tagesanbruch das erforderliche Getreide zu mahlen. Wir hatten mit den Gästen gesegnete Tage. Die Bibelbesprechungen dauerten oft bis tief in die Nacht hinein. Mit Dank und Freude, gestärkt im Glauben, kehrten sie in ihre Heimat zurück. Gegenwärtig herrschen hier die Pocken, viele starben, auch unser jüngstes Söhnlein ist der Arankheit erlegen. Der HErr wolle gnädig durchhelfen! Unsere Schulen mußten geschlossen werden, vor einiger Zeit besuchte uns ein proselytenjüngling: ein lieber, gläubiger Jünger IEsu. Schon nach etlichen Tagen befiel ihn die Krankheit, und bald sah man, daß er der Ewigkeit zueilte. Ich frug ihn, ob er der ver-

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