Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 10 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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78 ist es grundverkehrt, eine Mission nur nach ihren Taufen zu beurteilen. Daß der Apostel Paulus keinen Wert darauf legte, hohe Taufzahlen angeben zu können, erfahren wir Aor. tz ^—\7. Aber selbst in dem Fall, daß bei der bekannten thörichten Berechnung des Bekehrungspreises, bei welcher man die Lumme der Missionsausgaben durch die Zahl der Getauften dividiert, auf den einzelnen neugewonnenen Thristen eine überaus große Lumme entfiele, hätte man mit Rücksicht auf Mat. s6, 26 und Ioh. \2, 7 f. kein Recht, die betreffende Mission zu tadeln. Vor 800 Jahren war Jerusalem eine christliche Stadt. Am s5. Juli s099 hatte die am 6. Juni von den Areuzfahrern begonnene Belagerung mit der Eroberung geendet. In Blutströmen war der Halbmond Muhammeds untergegangen, um dem Areuz Thristi Platz zu machen. Aber die auf den Waffenerfolg gegründete Herrschaft brach bald zusammen. Nur 88 Jahre lang sollte sie bestehen. Am 3. Oktober W7 fiel die heilige Ltadt dem Lultan Lalaheddin in die Hände. Seither ist sie wieder eine muhammedanische Ltadt. Im Licht des Evangeliums betrachtet, sind die mittelalterlichen Areuzzüge eine entsetzliche Verirrung. Lhristus will sein Reich nicht durch Blutthaten, sondern durch Glaubens¬ und Liebeswerke ausbreiten. In dieser Weise an der Ehristianisierung Jerusalems zu arbeiten, ist eine wirklich lohnende Thätigkeit. Wie allerorten, so werden sich endlich auch dort die Aniee vor IEsu beugen und die Zungen bekennen, daß er der HErr sei. Ein Brief von Br. Max Nordau. Der bekannte Zionistenführer erklärte kürzlich in einer Rede, er wisse nichts davon, daß das Thristentum dem jüdischen Volk gegenüber sich zu Dank verpflichtet fühle im Einblick auf die Thatsache, daß der Stifter der Airche ein Lohn Israels war. Als Missionar Biddulph in Aonstantinopel dies Urteil in einer Zuschrift an Nordau angriff, erhielt er von dem letzteren einen Brief, dem wir folgendes entnehmen: „Ohne Zweifel ist das wahre Thristentum die reinste und höchste Verbindung der sittlichen und geistigen Lehren des Judentums. Abgesehen von den Dogmen von der Gottheit Thristi und der heiligen Dreieinigkeit, für welche die Lchriften und die Propheten keine Gewähr leisten, würde es die edelste Entfaltung des Judentums sein: ein von der Beschränktheit der Rasse befreites und zu einem allgemeinen Legen für die gesamte Menschheit erweitertes Judentum. Ich kritisierte nicht die christliche Lehre, sondern das Verhalten von Leuten, die sich Thristen nennen." Man sieht hier, wie wenig der berühmte Mann im A. T. bewandert ist, oder wie ihm doch das richtige Verständnis desselben nach 2. Aor. Z, f. abgeht. Einen solchen Mangel an Einsicht in GOttes Wort verrät auch ein Aufsatz von Prof. Herrn. Lohen in der A. Z. d. I. (1(899, Nr. 23) über Dreyfüs. Auf diesen bezieht Lohen das von jüdischer Seife schon so oft gemißhandelte wichtigste Aapitel des A. T., Ies. 53.