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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 10 (1898) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
10 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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will diesen doppelten Riß heilen: die Menschen wieder mit Gott einen und untereinander wahrhaft verbrüdern. Alle, welche in Ehristo wieder Gottes Ainder und so nicht nur durch die Schöpfung, sondern auch durch die Erlösung verbundene Brüder und Schwestern sind, bilden die Airche. Nach Aol. 3, \2—^ ist die Airche eine heilige Gottesfamilie, welche die göttliche Liebe sammelt und gesch wister-' liche Liebe zusammenhält. Sie ist zuerst Glaubensgemeinschaft, da alles wahrhaft Gute im Glauben wurzelt, aber als die wahre Airche wird sie sofort Glaubensgemeinschaft der Liebe, da erst die aus dem Glauben hervorgrünende und fruchttragende Liebe sie zu einer den HErrn preisenden Pflanzung macht. Dies leitet zur dritten These über. Nach s. Aor. \3, s3 ist die Liebe größer als der Glaube. Sie überlebt ihn, der eher ist als sie. Nur kraft des Glaubens kann man lieben, aber die Liebe ist des Glaubens Endzweck, denn man glaubt, um zu lieben. Es ist nicht genug, daß ich Gottes Gnadenthat im Glauben ergreife: ich muß ihn nun auch über alles lieben und muß alle lieben wie mich selbst, die durch Lhristi Blut nicht minder geadelt sind als ich. Wenn der Glaube nicht auf dem Kerzen obenauf schwebt wie die Gans auf dem Wasser (Luther), sondern vom heil. Geist ins Herz hinein gewirkt ist, so kann er garnicht anders. Wohnt » die im Glauben ergriffene göttliche Liebe im Menschen, so verähnlicht sie sich ihn. Der Glaube ohne Liebe ist ein Widerspruch in sich selber wie kaltes Feuer, trocknes Wasser. Er ist kein Mittel, Seelen zu gewinnen, da er sie vielmehr zurückstößt. Er verunehrt den HErrn, das Christentum und die Airche. Nur der durch Liebe thätige Glaube überwindet die Welt. Auch über den Sieg der Liebe, von dem die vierte These handelt, verbreitet (. Aor. \3, s3 Licht. Das Ziel der durch Gottes Gnade zur Heilsgeschichte gemachten Weltgeschichte besteht darin, daß die Liebe in Menschheit und Welt mittelst des Glaubens und der Hoffnung zur Herrschaft kommt. Dies geschieht nicht durch einen Zauberschlag, der die lieblosen Herzen mit Liebe erfüllt. Denn als freie Wesen werden die Menschen nicht, was sie nicht wollen. Es geschieht nur so, daß immer mehr Menschen sich in das Bild der göttlichen Liebe verwandeln lassen und das Feuer dieser Liebe ihrer Umgebung mitteilen. Laß vorerst dich selbst entzünden, damit andere deinen Glauben aus deinen Werken schätzen lernen und zur Nacheiferung gereizt werden. Ohne Teilnahme am Ringen der Liebe giebt es keine Teilnahme an ihrem Siege. Die bloße Rechtgläubigkeit hilft dir nichts. Je klarer du die göttliche Liebe erkanntest, um so liebevoller mußte sie dich machen. Aber auch die Liebe ohne Glauben betrügt sich selbst. Der vorlaute Wortführer der Armen Ioh. \2, 5 war Judas, der Verräter. Dieser Iudassinn ist die Seele des modernen Sozialismus. Nimmt die Airche ihre Liebespflicht nicht besser wahr, so wird dieser Sozialismus seine bluttriefende Geißel über sie schwingen. Den Armen aber, die ihm trauen, steht eine furchtbare Enttäuschung bevor. Eine weltbeglückende Liebe ist nur die in Lhristo erschienene. Nur sie wird siegen und nach dem Ende der zeitlichen Geschichte in Ewigkeit triumphieren. In den Schlußbemerkungen erwähnt unser

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