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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 10 (1898) · page 1

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
10 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ibre Wmeth. Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 10. — 55. Jahrgang. — 1899. Inhakt: Vier Thesen von Franz Delitzsch über die Liebe. — Aus Abessinien. — Sündengeld. — Vor 800 Jahren. — Lin Brief, von Dr. Max Nordau — Ruths Beichte. — Zu 2. Mose 10. 19 und Joel 1, q. — Zu 1 Joh. 2, 15—17. — Im Wartezimmer des Arztes. — Zur Statistik. Mer Thesen von Franz Delitzsch über die Liebe. Der in Leipzig 1813 geborene und (890 verstorbene berühmte Gelehrte wirkte in den Jahren 1850—67 in Erlangen. Während dieser Zeit wurde er einmal veranlaßt, einem dortigen Armenpflegeverein bei dessen Jahresfeier mit einer öffentlichen Rede zu dienen. So entstanden 1856 die vier Thesen über die Liebe, welche 1876 in Schäfers Reden und predigten vom Gebiet der Diakonie und inneren Mission (IV, S. 65 ff.) abgedruckt wurden. In der Einleitung bemerkt Delitzsch, an manchen Arten der Liebe sei die Zeit nicht arm. Er nennt die blutsverwandtschaftliche, die geschlechtliche, die höfische Liebe und weist auf die verschiedenen Abstufungen der Selbstsucht hin, welche als Liebe gelten wollen. Aber zwischen solcher Liebe und der christlichen besteht, wie er sagt, ein himmelweiter Unterschied. Betreffs der christlichen Liebe, die Kor. 13 beschrieben wird, stellt er nun folgende Sätze auf: s. Das wahre Thristentum ist die Religion der Liebe. 2. Die wahre Rirche ist die Glaubensgemeinschaft der Liebe. 3. Der wahre Glaube ist die Macht der Liebe. Das letzte Ende aller Geschichte ist der Sieg der Liebe. Den ersten Satz erläutert er mit einer näheren Darlegung der Eigenart der christlichen Religion. Diese lehrt im Unterschied von andern einen vor der Weltschöpfung gefaßten, in der Fülle der Zeit vollführten Ratschluß des dreieinigen GOttes zur Erlösung und Verherrlichung der sündigen Menschheit. Wie der ewige Ratschluß, so ist seine geschichtliche Verwirklichung durch und durch Liebe. Also ist das in Wort und That hierzu sich bekennende Thristentum die Religion der Liebe. Im besonder« zeigt sich die göttliche Liebe als eine frei zuvorkommende, erbarmungsvolle, herablassende und demütige, aufopfernde, selbstverleugnende, allumfassende und weitherzige, unermüdliche, in aller Weise um uns werbende und für uns eintretende. Nur da, wo sie dauernd zurückgestoßen wird, verwandelt sie sich in Zorn. Bei seiner zweiten These geht Delitzsch auf den Sündenfall der ersten Menschen zurück. Dieser bewirkte alsbald die Flucht vor Gott und später den Mord des Bruders. Die Sünde zerriß die Rindesgemeinschaft der Menschen mit Gott und ihre Brudergemeinschaft untereinander. Die ' in Lhristo erschienene göttliche Liebe

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