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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 9 (1898) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
9 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Joseph Rabinowiisch, der vielgenannte Iudenchrist, das Haupt der „Israeliten des Neuen Bundes", ist am (7. Mai d. I. im 62. Lebensjahr von hinnen geschieden. Der Tod ereilte ihn in Odessa. Die Leiche wurde von dem dortigen ev. Pfarrer Uornmann und zwei Gliedern der Familie des Verstorbenen nach Aischinew gebracht, Hier fand in dem von R. in Gemeinschaft mit christlichen Freunden errichteten Gotteshause Bethlehem unter zahlreicher Teilnahme eine Trauerandacht statt. Nach dem Gottesdienst wurde die irdische Hülle auf dem Friedhof der Israeliten des Neuen Bundes beigesetzt. GOtt der HErr wolle sich der ihres Hirten beraubten Herde treulich annehmen! Den ersten Anstoß zu der „südrussischen Thristentumsbewegung" gab ein Neues Testament, welches dem Entschlafenen von Di-. Ellis, dem ehemaligen Warschauer Missionar der L. I.-M., zugegangen war. In Jerusalem fand R. i(882 seinen HEiland. Getauft wurde er (885 zu Berlin. Weitere Nachrichten über sein Leben und Wirken geben frühere Jahrgänge der D. E. Die neuste Schrift von Dr. Bernhard Cohn. Im Jahr W6 war in den D. <£. mehrfach von Dr. B. Lohns Broschüre „Vor dem Sturm" die Rede. Auch die kürzlich ausgegebenen „Jüdisch-politischen Zeitfragen" dieses Berliner Arztes sollen hier nicht unbesprochen bleiben. Die vier Aufsätze, aus denen das Buch besteht, behandeln den Wert des jüdischen Volkstums, den Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, die Mischehen und die Iudenschulen. Dr. L. hat ein lebhaftes Temperament, dessen Gefahren er nicht immer entgeht. Manche seiner Behauptungen werden, um den von ihm selbst (S. 70) angewandten Ausdruck zu gebrauchen, „ein wenig voreilig ausgestellt." Wir sehen von denjenigen Ausführungen ab, welche ihm den Widerspruch vieler seiner Glaubensgenossen eintragen werden, und heben nur einige falsche Urteile inbetreff des Lhristentums hervor. Z. B. hat der Vers, kein Recht, von einer christlichen Legende im Neuen Testament zu reden (S. (H). Insonderheit ist der Rreuzestod IEsu mit den besonderen Umständen, unter denen er erfolgte, eine unzweifelhafte geschichtliche Thatsache. Unberechtigt ist ferner der Vergleich zwischen den jüdischen und den christlichen Märtyrern (S. (5). Dr. L. kennt die christliche Märtyrergeschichte, die bis in die Gegenwart hinein reicht (ich verweise nur auf Madagaskar und Armenien), viel zu wenig. Ebenso anfechtbar sind seine Äußerungen über die Bedeutung der heutigen Airche. hierbei widerspricht er sich hie und da selber (5. (7, 3% 58). Daß Asiens alte Uulturvölker das Lhristentum entschieden ablehnen, ist eine von Sachkenntnis nicht getrübte willkürliche Annahme. In welchem Umfange das Gegenteil stattfindet, davon kann sich L. in jeder Missionsgeschichte überzeugen. In Japan wurden im Jahre (898 von protestantischen Missionaren 3070 erwachsene Heiden getauft. Die Gesamtzahl der dortigen protestantischen Gemeindeglieder beträgt HO 98h Außerdem zählt die

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