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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 9 (1898) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
9 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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69 Becher nur Muhammedanern und Ausländern gereicht wird. Um den See herum hat man eine Steingallerie errichtet. Der Fußboden ist mit schönen Marmorplatten belegt. Line tiefer liegende, auch von jener Gallerie eingefaßte Stelle heißt: Abrahams Wiege. Unser Freund, dessen Begleiter ein alter, ehrwürdiger Scheich, aber auch einige eingeborene, vom Betreten dieses Platzes sonst zurückgehaltene Christen waren, verweilte hier längere Zeit. Schließlich aber veranlaßten die fanatischen Zurufe türkischer Frauen die Gesellschaft, sich ins Freie zu begeben. Noch eine zweite natürliche Höhle in Urfa trägt Abrahams Namen. Auch von ihr veröffentlicht das Lepfius'fche Blatt ein Bild. Die zweite ist viel größer und liegt etwas höher als die erste. Sie soll der Familie des Patriarchen während des Sommers als Wohnung gedient haben. Gerühmt wird die Aussicht, die man hier genießt. Der Blick auf Urfa ist, wie unser Reisender sagt, entzückend. Lins der größten Heiligtümer der Muhammedaner in Urfa ist ein Bauwerk, welches sie über der im Süden der Stadt, unterhalb der Stadtmauer befindlichen Quelle, der Abrahamsquelle, errichtet haben. Sie behaupten, Abraham habe an dieser Stelle seinen Sohn Isaak opfern wollen, und die Quelle sei aus dem Felsen hervorgesprungen, als hier der Widder statt des Isaak getötet worben sei. Endlich giebt es in Urfa einen Abrahamsteich. Lr ist der nördliche von den zwei dortigen Teichen. Seine Quellen bilden einen von den beiden Flüssen der Stadt, und zwar den ebenfalls im Süden befindlichen, an welchem eine Straße entlang führt. Der Abrahamsteich bildet nach Sackaus „Reife in Syrien und Mesopotamien" ein Rechteck, dessen Länge etwa 21{z mal größer ist als die Breite. Auf der Nordseite bemerkt man einen Pos mit niedrigen maurischen Säulen, welcher zu der einstöckigen, zierlichen Moschee Ahalil LrrahmLn gehört. Im Westen liegt die mit der Moschee zusammenhängende Schule (die Medrese). Im Osten läuft eine Straße, im Süden, wo einst die berühmte christliche Lehranstalt gestanden haben soll, ein schmaler Weg am Teich entlang. Das Wasser wimmelt von Fischen. Diese gelten für heilig und dürfen nicht gegessen werde». Die Hauptquelle, die den Teich speist, soll sich am Nordrande neben einer im Garten der Moschee stehenden hohen Typresse befinden. Wir können dem zuerst genannten Berichterstattrr die Freude nachempfinden, mit welcher ihn der Besuch Urfas erfüllte. Ls mag ein erhebendes Gefühl fein, da stehen zu dürfen, wo der Stammvater Israels das Licht der Welt erblickte und so lange lebte, bis er in das eine Tagereise entfernte Haran übersiedelte. Auch der Thrist betrachtet Abraham wegen seines unerschütterlichen Glaubens und unbedingten Gehorsams, seines Mutes in schwerer Prüfung und seiner fürbittenden Menschenliebe als ein leuchtendes Vorbild. Aber ILsus steht uns Häher. Lr, der nach Abraham kam, war doch schon vor Abraham da, und dieser selbst blickte im Geist mit froher Hoffnung auf ihn hin (Ioh. 8, 58. 56).

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