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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 9 (1898) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
9 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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■ . .. ’ ■ 67 ersten redet er Phil. 3, f2.) Für die hierin bewiesene Treue wurde er belohnt, indem er immer tiefere Einblicke in die für andere verborgenen Dinge thun durfte. Neben dem großen Geheimnis der Gottseligkeit (s. Tim. 3, 16) enthüllte sich ihm immer deutlicher das Geheimnis der Gesetzlosigkeit und des Gesetzlosen, d. h. des Antichristus, in welchem sich das satanische Wesen einer Menschennatur so völlig bemächtigen wird, wie das göttliche Wesen in Lhristus eine völlige Menschwerdung erfahren hat (2. Thess. 2, 7 ff.). Neben dem großen Geheimnis der Gemeinschaft des Erlösers mit den Erlösten (Eph. 5, 32) kannte der Apostel Geistesoffenbarungen über eine Untergrabung und Zerstörung dieser Gemeinschaft durch dämonengläubige, die Ehe verbietende, den Speisegenuß beschränkende Lügenredner sh Tim. \ ff.). Doch sorgte der himmlische Erzieher dafür, daß Paulus sich auch der höchsten Offenbarung, die ihm zu teil wurde, nicht überheben konnte s2. Aor. s2, 7). & Die falschchristlichen Geheimlehren, zu denen wir jetzt übergehen, deuten auf heidnische Verunstaltungen der christlichen Religion hin. Viele Ehristen der ersten Jahrhunderte begnügten sich nicht damit, Haushalter über GOttes Geheimnisse zu sein sh Aor. 4, 2): sie erweiterten von sich aus ihr Wissen um verborgene Dinge, wobei sie vielfach auf verkehrte Bahnen gerieten und den ihnen anvertrauten Besitz einbüßten. Bei der Erklärung der h. Schrift entfernte man sich vom einfachen Wortverständnis und redete von einem dreifachen Sinn derselben. Besonders suchte man durch ihre allegorische Umdeutung allerlei Geheimnisse zu ermitteln. Auch die Zahlenwerte der einzelnen Wörter dienten als Schlüssel zum angeblich wahren Sinn. Wie inmitten Israels, so entstand in der Ehristenheit ein Talmudismus, der zum Aabbalismus führte. Die Gnostiker und Manichäer stellen den ersteren in seiner Folgerichtigkeit dar. Die andere Abart des Lhristentums geht in ihren Anfängen auf egyptische und syrische Einsiedler zurück und erreichte im 6. Jahrhundert einen Höhepunkt in der Theosophie des Dionysius Areopagita. Beide Abarten lassen sich nun durch die ganze mittelalterliche Üirchengeschichte hindurch verfolgen. Aber nicht nur auf dem Gebiet der Glaubenslehre, sondern auch auf dem des Gottesdienstes wich man schon früh von Ehristo ab. Gegen Ende des zweiten Jahrhunderts bürgerte sich die Sitte ein, das Gebet des HErrn, Taufe, Abendmahl und andere heilige Handlungen als Geheimnisse zu betrachten, deren Aenntnis den Ungetauften vorenthalten wurde. An dieser Ordnung (der äisoixliva arcani, wie der französisch - reformierte Theologe Dalläus sie nannte) hielt man auch dann noch fest, als die Ehristenverfolgungen, denen sie teilweise ihre Entstehung verdankte, aufhörten. Man fand Freude am Geheimnisvollen und bildete es immer mehr aus. Die Behauptung inr sog. Hirten des Hermas: „Wenn man etwas Gutes zu den Geboten des HErrn hinzuthut, so wird man eine größere Ehre beim HErrn erlangen," fand namentlich beim Abendmahl gelehrige Schüler. Dasselbe wurde in ein geheimnisvolles Opfer umgewandelt. ' Zuerst galt es nur als ein Dankopfer der Abendmahlsgäste, aber schon zur Zeit Lyprians

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