Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 8 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Sdfyar der Priester und Könige im ewigen Reiche Gottes, zu dem einst alle Völker werden versammelt werden. Wir müssen freilich bekennen, daß es an der vollen Verwirklichung dieses herrlichen Zieles der christlichen Ethik noch sehr fehlt, und daß insonderheit Israels soziale Gesetzgebung den christlichen Staaten in vielen Stücken ein noch unerreichtes Vorbild geblieben ist, ja, der Erreichung dieses Vorbildes nicht einmal nachgestrebt worden ist. Aber Gesetze thun es nicht, wenn der Geist und das Leben, die in ihnen zum Ausdrucke kommen wollen, aus dem Volke entweichen. Wir Christen wissen aber, und zwar nicht bloß aufgrund des Neuen, sondern auch des Alten Testamentes, daß der Geist und das Leben Ehristi bleiben und daß wir dereinst zusammen mit dem bekehrten Israel das herrliche Ziel des sozialen Reiches Ehristi erreichen werden. ___ L. Billig. Zu Mm wie ist's so still im großen, dunklen Haus! Fast alle Lichter löschte man schon aus. Auf die Gefangenen sank der Schlaf der Nacht, And 'nur der alte Kerkermeister wacht. Doch nein, es wacht auch die Verbrecherin. Die heut' man sah in das Gefängnis zieh'n. verzweifelnd ringt das junge Weib die Hände. Der heiße Strom der Thränen fließt ohn' Lude. 8, 1f. Als so in der Gefang'nen Herz der Schein Des Kreuzes Christi tröstend fällt herein, Da.flieht die Angst gleichwie ^ein böser Traum, Und süßer Friedenaht dem düstern Raum. Wie groß auch sei die Missethat und Schuld: viel größer noch ist des Erbarmers Huld. Die Magd der Sünde kniet am Boden nieder Und betet jetzt zum ersten Male wieder. „Wo", ruft sie, „ist, der mir Erbarmen schenkt?" Da wird ihr Blick zum Boden hingelenkt: Dort glänzt des Kreuzes heilige Gestalt, vom Licht, das durch die Thüre bringt, gemalt. Das Kreuz im Finstern predigt Iesum Christ, Der für die Sünderwelt gestorben ist. Das Helle Kreuz verkündigt: „von den Sünden Kannst du durch Iesum Christ Errettung finden." Das Licht des Kreuzes in der stillen Nacht, Es hat die Glaubensflamme neu entfacht. Sie weiß, daß Christus ihren Frevel sühnt. Und ob des Richters Spruch, den sie verdient, Auf immer sie verbannt ins dunkle Haus: Sie sehnt sich nicht mehr in die Welt hinaus. Sie spricht: „Zur Freiheit dürft' ich hier gelangen „Durch den, der einst für mich am Kreuz gehangen." ZU Hph. 6, 5—8. In Venedig hinterließ einmal ein Israelit bei seinem Tode der Waldensergemeinde 200 Lire, wie er in seinem Testament aussagte, wollte er mit diese,n Geschenk die treuen Dienste anerkennen, welche seine beiden evangelischen Dienstboten ihm geleistet hatten. — Man kann auch in dienender Stellung Mission treiben. Möchten in vielen jüdischen Däusern fromme christliche Knechte und Mägde durch ihren ganzen Wandel und besonders durch treue Berufserfüllung die Lehre des HEilandes zieren und so dem Evangelium neue Freunde gewinnen! Zum Aachdenken. wenn wir recht beten, soll unser Gebet die Bitte um eine solche Erfüllung unserer wünsche einschließen, wie sie uns am dienlichsten ist. Zugleich soll es den