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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 7 (1898) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
7 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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53 (Ein pensionierter französischer Offizier fragte unfern Missionar, wie er über die Juden denke. „Warum", sagte er, „sendet uns Gott diese Wölfe, um uns zu verschlingen?" B. antwortete: „Warum sandte ILsus feine Schafe mitten unter dis Wölfe? Gott ist uns wegen seiner Handlungsweise keine Rechenschaft schuldig. Dagegen haben wir uns einmal wegen der unserigen vor ihm zu verantworten. Gott ist der Hausherr: wir sind nur feine Mieter. Ja, wir sind noch weniger': feine Schafe, bei denen er das Recht über Leben und Tod hat. Wir haben nur ein Recht auf die Hölle. Übrigens sind die Christen, die sich für Schafe halten, den Juden gegenüber schon lange Zeit Wölfe. Spanien verjagte 300000, um sich ihrer Güter zu bemächtigen. Die Hölle konnte nichts Grausameres erfinden. Im Namen IGsu Thrifti und seiner Mutter verfolgt man sie überall feit mehr als s500 Jahren. Ach, wir haben viel Unrecht wiedergutzumachenl" Zuletzt wies B. darauf hin, daß Gott fein gefallenes Volk wiederaufrichten wolle. Gr bat den Offizier: „Helfen Sie mir, es zu IGfu Christo zu führen, seinem und ünserm Grlöserl" In ähnlicher Weise trat er auch sonst dem Antisemitismus entgegen. Emilie Heuser, die am )$. Oktober fZßö im Alter von 7?s/i Jahren Heimgegangene Vorsteherin und Hausmutter des Bielefelder Diakonissenhauses Sarepta, entstammte einem schlesischen Pfarrhause. In Kaiserswerth, wo sie J853 als Probeschwester eintrat und schon 1(85^ als Diakonissin eingesegnet wurde, erlernte sie die Apothekerkunst. Nach wenigen Jahren kam sie nach Jerusalem. Hier diente sie in dem kleinsten und ärmsten aller damaligen „Diakonissenhäuser Hunderten von Kranken als Apothekerin und Ärztin. Nachdem sie mehrere Jahre lang in dieser Arbeit gestanden, verließ sie Jerusalem, um sich in Beirut der Witwen und Waisen der von den Drusen tm Libanon ermordeten Thristen anzunehmen und besonders Krankenpflege zu üben. In Sidon, wohin sie sich später wandte, brach ihre Kraft unter den außerordentlichen Anstrengungen und Gntbehrungen dieser Thätigkeit zusammen. Gin Nervenfieber brachte sie an den Rand des Grabes. Im evangelischen Pfarrhause zu Sidon fand die Schwerkranke Aufnahme und treue pflege. Gs dauerte Monate, bis sie wieder genas. Jetzt kehrte sie nach Beirut zurück, um ihre dortige Arbeit wieder aufzunehmen. Als dis Johanniter daselbst ihr Hospital eröffneten, durste sie mit scheinbar gebrochenen Kräften vom Morgenlande Abschied nehmen. Das Mutterhaus sandte sie nunmehr nach Gütersloh, wo sie die Leitung des Krankenhauses übernahm. Von hier aus zog sie j86H mit den westfälischen Truppen in den dänischen Krieg, um den Verwundeten als Pflegerin zu dienen. f86ß trat sie das Amt in Bielefeld an, welches sie bis zum Tode, zuletzt mit einer Gehilfin, verwaltete. Bei der Beerdigung redete P. D. v. Bodelschwingh über Luk. h HS—H8 a. Dies Wort soll auch ihren Grabstein schmücken, da es ihre Sinnesart treffend angiebt. Sie selber, die mit großer Thatkraft Ausgerüstete,

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