Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 7 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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50 An einem der letzten Sonntage gedachte ein Redner eines Selbstmordes, der sich nicht lange vorher im Grunewald zugetragen hatte. Ein russischer Student hatte sich hier erschossen, weil, wie er in einem hinterlassencn Schriftstück aussprach, das Leben in seinen Augen ohne jeden Reiz war und ihm nichts zu geben vermochte. Die Ansprache ging im Anschluß an die Erzählung dieses traurigen Vorfalles auf die Hauptursache des Lebensüberdrusses, den Abfall von Gott, näher ein. Wie der Vogel nur in der Luft, der Fisch nur im Wasser wahrhaft lebt, so führt der Mensch nur dann ein wahres Leben, wenn er in Gott lebt. Nur in seinem Zusammenhang mit Gott hat das Menschenleben einen wirklichen Wert und übt es einen bleibenden Reiz aus. Familie und Freundschaft, Aunst und Wissenschaft und alle andern Erdengüter sind allein noch nicht imstande, uns völlig zu befriedigen. Für den, der nichts Höheres kennt, kann plötzlich die Stunde kommen, wo ein Ekel am Leben ihn erfaßt und den Revolver ihm in die Hand drückt. Wie gelangt der Abgefallene aus einem leeren Leben in ein reiches, von der Schwermut zum Seelenfrieden, von der Welt ins Himmelreich? Der Weg heißt: Ehristus. Von Ehrifto zeugen Mose und die Propheten, die Apostel und Apostelschüler. Sein Bild leuchtet uns auch heutzutage in echten Ehristen entgegen. Wer aber durch Ehristum zu Gott dem Vater zurückgeführt worden ist, soll dazu helfen, daß die Sonne der Gerechtigkeit und des Heils immer mehr Seelen erleuchten, erwärmen und beleben könne. Ein Beispiel solcher Missionsthätigkeit beschloß die Rede. Störungen der Grunewaldgottesdienste find außerordentlich selten. Zn 9 Zähren kamen nur 2 vor: ein sehr günstiges Ergebnis, wenn man in Betracht zieht, daß an schönen Sonntagnachmittagen alle Arten der Bewohner Berlins im Grunewald vertreten sind. Vielleicht könnte der Verein noch an anderen Stellen des Waldes das Netz auswerfen, um aus der Menge der Sonntagswanderer recht viele Seelen für das Reich Gottes zu gewinnen. Und könnte diese treffliche Einrichtung, die hier übrigens nicht ganz vereinzelt dasteht, da auch die Berliner Michaelsgemeinschaft sie kennt, nicht noch in andern'Teilen unseres Vaterlandes Eingang finden? Wie wünschenswert wäre sie insonderheit für alle unsere Großstädte, wo Pfarr- und Missionsamt so wenig an die ungläubigen Massen herankommen I Wohlan, Zhr Vorsteher von christlichen Männer- und Zünglingsvereinen, geht mit Euren Freunden allsonntäglich hinaus ins Freie und treibt in Gemeinschaft mit ihnen innere Mission und Zudenmisfion, indem Zhr Germanen und Semiten unter den Schall des Evangeliums bringt! Gottes Segen wird Euch und Eurem Unternehmen nicht fehlen. Das 91. Jahressest der L. J.-M. rief die Freunde Zsraels zum Aampf mit einem bedeutenden Defizit auf. Dasselbe beträgt f2s^ £. Der letzten Zahresausgabe von 38^39 £ stand eine Einnahme von 36 204: £ gegenüber. Bei der gut besuchten Hauptversammlung erinnerte ein Redner an den Zögling