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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 6 (1898) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
6 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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... - V”^' -e , - ,V, -r-V%; v.^: .'7:"-?^^ 7.!^'/^ zog, mit mehr Liebe und höherem Genüsse behandelt, als dies einzige Buch, welches in aller fänden ist und von dessen Inhalt doch nur wenige Rechenschaft zu geben vermögen. Damit verband ich das Streben, viele alte und gewohnte Anschauungen aufzugeben, und den festen Vorsatz, mein Denken, Fühlen und handeln nach den dort aufgestellten "Grundsätzen für alle Zukunft einzurichten. So kann ich sagen, daß ich in jener schweren und trüben Zeit einen entscheidenden und zwar glücklichen und segensreichen Wendepunkt meines Lebens gewonnen habe, dessen hoher wert sich meinem Gemüte tief einprägte." ZUM Nachdenken. O, wie wundervoll ist im wahren Gott geeint, was wie ein Gegensatz aussieht! Gr ist der höchste und läßt sich am tiefsten herab. Er ist der weiseste und Stärkste und wird thöricht und schwach. Er ist heilig und doch gnädig. Gr wird der Gott Israels und ist doch aller Völker Gott. Er erwählt den einzigen Abraham und hat alle Geschlechter der Erde im Auge, während er der Herr aller Dinge ist, schließt er einen Bund mit dem Menschen, von dem er doch zunächst nichts und der Mensch den ganzen Gewinn hat. Er läßt es den Gottlosen wohl gehen und züchtigt die Frommen. Er ist ein Gott, der Wunder thut, und handelt doch nach festen Gesetzen. Er ist über alle Gestalt erhaben und erscheint doch in sichtbarer Gestalt. Er erfüllt Fimmel und Erde, und hat doch Wohnung genommen in der Stifishütte und im Tempel und nimmt heute Wohnung in den Kerzen der Gläubigen durch den heiligen Geist. Er ist allenthalben und har doch feste Eentren oder Mittelpunkte. Er steht über der Zeit und geht doch ein in die Zeit. Solches alles erscheint dem verstand als Widerspruch, er kann den wahren Gott nicht verstehen. Aber der Glaube faßt zusammen, was scheinbar entgegengesetzt ist und sich auszuschließen scheint. Ja, dem Glauben ist gerade das am herrlichsten im göttlichen Wesen, was dem Unglauben am anstößigsten ist. wie wehe thut's dem Rinde Gottes, daß sein überaus herrlicher Gott so verkannt wird! Ieremia klagt: Mein Volk hat seine Herrlichkeit, nämlich seinen herrlichen Gott, vertauscht gegen einen unnützen Götzen (Ier. 2, u). So müssen auch wir klagen: wie wird Gott so verkannt! was für armselige Bilder setzt man an seine Stelle! wie beten die meisten Menschen die Gebilde ihres Herzens an! (L. Eichhorn.). Heöet. Gott, Du hast es selbst der Welt verkündigt, was allein sie kann vorn Tod befrei'n. Deine Huld und Christi Blut entsündigt, Und der Glaube macht gerecht und rein. (D, daß ich des heiles nie vergäße, Stündlich schaffte meine Seligkeit! Daß ich eine Siegeskraft besäße, In dem schweren, heißen Glaubensstreit! Leib und Seele, HErr, Dir zu ergeben, Mach' mich hierzu fähig und geneigt! Brich auf immer alles widerstreben, Das mein Herz in seiner Thorheit zeigt!. Ewiger, Du Gott der Macht und Gnade,. Der den Sünder gern dem Tod entreißt, Laß mich wandeln auf dem Lebenspfade, Laß mich erben, was Dein Wort verheißt!. Zu 2. Korinther 4, 16—18. Anton Rubinstein sagt in dem'Buch „Die Musik und ihre Meister" von Beethovens dritter Periode, der Zeit seiner Taubheit: „was wäre die Musik ohne diese dritte Periode? Die Rlaviersonaten, die letzten Streichquartette, die neunte Symphonie u. a. m. sind bloß durch seine Taubheit möglich gewesen. Diese absolute Ronzentration, diese Versetzung in andere.Welten, diese tönende Seele, dieses früher nie gehörte Rlagen, alles das konnte nur durch seine Taubheit sich äußern. Wohl hat Beethoven Schönes, ja, Unerreichtes auch vor seiner Taubheit geschaffen, aber doch das Allerhöchste, das Wunderbarste, das Unbegreiflichste erst in der Taubheit." — So ist auch manchem Frommen das äußere Leiden ein Mittel zur Verinnerlichung, ein Segen für ihn selbst und andere geworden, wird ein äußerer Sinn, verschlossen, so wird oft ein innerer erschlossen.

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