Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 6 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Hochzeit zu Katta Maria dem Herrn Lhristus es nahelegte, dem vorhandenen Mangel au Wein durch sein Eingreifen abzuhelfen, entgegnete er ihr: „Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen." Ein andermal wird IEsu, als er zu dem Volke redete, mitgeteilt, feine Mutter und seine Brüder ständen draußen und wollten mit ihm reden. Hierauf giebt der HErr die denkwürdige Antwort: „Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Brüder?" Und indem er seine Hand über seine Jünger ausreckt, erklärt er weiter: „Siehe dal Das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen thut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter." (Matth. \2, %? ff.) Die Verehrung Marias, wie sie auch heute noch von der römischen Kirche gebilligt wird, stimmt also nicht mit der Schrift überein. % In der römisch-katholischen Kirche wird den Laien der Kelch beim heil. Abendmahl nicht gespendet. Dieselbe macht geltend, daß in der geweihten Hostie das Blut Ehristi mitenthalten sei. Allein die Kirche soll nicht klüger sein wollen als ihr HErr und Meister. Dieser hat bezüglich des gesegneten Kelches verordnet: „Trinket alle daraus I" Indem die römische Kirche den Laien den Kelch entzieht, ist sie ungehorsam gegen IEsu Anordnung. Den tieferen Grund der besagten Kelchentziehung finden wir darin, daß die römische Kirche den Priesterstand als einen mit besonderer Erhabenheit und Würdigkeit ausgestatteten ansieht. Der Priester gilt ihr als der Stellvertreter Gottes. Ist diese Anschauung nach Petrus begründet? Derselbe redet die Lhristen, an welche er seinen ersten Brief richtet, folgendermaßen an: „Ihr seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht." Kann es eine größere Würde, einen herrlicheren Stand geben? Wer waren denn aber diejenigen, an die Petrus schrieb? Etwa nur die Verkündiger des göttlichen Wortes? Durchaus nicht I Petrus richtet seinen ersten Brief an die erwählten Fremdlinge in Pontus, Galatien, Kappadozien u. s. w. Wir dürfen annehmen, daß sich unter den betreffenden Lhristengemeinden oder einzelnen Lhristen viele Leute aus den ärmeren Ständen, namentlich mancheSklaven befunden haben. (Vgl. Kor. ^,26 ff.) Auch an arme, geringe Leute, nicht nur an Verkündiger des göttlichen Wortes, hat Petrus geschrieben. Die Ältesten (die geistlichen Leiter der Gemeinden) ermahnt er nachher (Kap. 5) besonders. Wenn er aber alle Lhristen, an die er schreibt, mit den Worten anredet: „Ihr seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk," so ist doch klar, daß er von einer besonderen Vortrefflichkeit oder Würdigkeit der Verkündiger des göttlichen Wortes nichts wissen will. Hiernach darf den Laien der Kelch beim heiligen Abendmahle nicht vorenthalten werden. Die Ältesten aber ermahnt Petrus, die ihnen anbefohlene Herde Lhristi williglich und von Herzensgründe zu weiden, nicht als die über das Volk herrschen, sondern als Vorbilder der Herde. Mit Petrus stimmt in dieser Frage