Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 5 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555128-2555133--09916-2566120- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
;f,\; ■v1' ' ' '’' ''’"*** 39 Irr Aoy. 7, 17. Der berühmte L^allesche Professor Tholuck (^799—;87?) fühlte sich als Jüngling von dem Philosophen Lichte viel mehr angezogen als von der Bibel. Da fand er in Lichtes Schriften eine Anführung aus dem Johannesevangelium, die ihm bewies, daß Lichte dasselbe hochachtete. Dies bewog ihn, die Bibel zu lesen. Doch legte er sie bald wieder auf die Seite, da er ihr keinen Geschmack abgewinnen, manches auch nicht verstehen konnte. Später wurde er durch eine andere achtungsvolle Erwähnung der Bibel seitens des Philosophen veranlaßt, es noch einmal mit der h. Schrift zu versuchen. Als er sie aufschlug, fiel sein Blick auf Joh. 7, {?. Er beschloß, den dort gegebenen Wink zu befolgen und Gottes willen zu thun, um zu sehen, ob ihn dies zur Überzeugung von der Göttlichkeit der Lehre Christi führen würde. Er las die Bergpredigt und andere Abschnitte, um Gottes willen kennen zu lernen, und bestrebte sich, hiernach zu leben. Bald äußerten seine Hausgenossen ihr Erstaunen darüber, daß er anders sei als bisher: ernster, ruhiger, liebreicher, milder. Dies Zeugnis legte ihm den Gedanken nahe: „wenn schon mein bischen Christentum so gut wirkt, muß doch etwas dran sein." Jetzt erwachte in ihm das Bedürfnis, zu beten. Es währte nicht mehr lange, bis er glauben konnte, JEsu Lehre sei von Gott. Endlich gelangte er auch zu der Erkenntnis, daß JEfus selbst von Gott sein müsse. Je mehr er Gottes Willen zu thun suchte, desto mehr bemerkte er sein Unvermögen hierzu. „Ich wurde mir immer kleiner," sagte er selbst von dieser Zeit, „und Christus wurde mir immer größer." So lernte er das Thomasbekenntnis Joh. 20, 28 nachsprechen. vr. Kufetand, der Leibarzt König Ariedrich Wilhelms III. von Preußen, schrieb in seiner letzten Willenserklärung: „Ich wünsche, daß, wenn man meine Leiche ins Grab hineinsenkt, man das Lied singe: Jesus, meine Zuversicht." Zur Grabschrift wählte er die Worte Jesu: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe." Am Luß des schwarzen Kreuzes sollte auf dem Grabstein stehen: „Ich weiß, an wen ich glaube." Am Ende des Testaments ermahnte er seine Rinder: „Seid fest in eurem Glauben an Gott, an sein Wort und an seinen Sohn JEsus Christus! Lebet in Gott! Alles, was ihr thut, sei "ihm gethan. Beständig habt ihn in euren Gedanken und in euren Kerzen! Betet und arbeitet, und überlaßt euch im übrigen der göttlichen Vorsehung, die für euch sorgt! — So hat euer Vater gelebt. Durch diesen Glauben hat ihn Gott hindurchgeführt durch die Leiden und Rümpfe des Lebens zum verlangten Ziele. Dank diesem Glauben kann er jetzt am Ende seiner Tage mit Lreude und vertrauen der Ewigkeit entgegensehen, die ihn erwartet. Durch diesen Glauben ehret würdig mein Andenken!" Hufeland starb zu Berlin am 25. August M6. Hmerakleutnanl v. Weöahrr, über dessen predigthätigkeit wir schon *898 (Nr. 8) berichteten, folgte einer Einladung schwedischer Offiziere nach Stockholm. Er predigte hier zuerst im Soldatenheim, am folgenden Abend in einer großen Kirche der Stadt. Als Dolmetscher wirkte bei der ersten Rede der Zweitälteste Sohn des schwedischen Königs, Prinz Bernadotte, bei der zweiten, zu welcher Vertreter sämtlicher Regimenter der Garnison erschienen waren, Major Melander. Die Predigt in der Rirche, der eine formvollendete, ergreifende Sprache nachgerühmt wird, behandelte das Thema: „JEsus unser bester Lreund in Krieg und Lrieden." Sie wurde mit einem Gebet des Majors Holst geschloffen. _ Antworten. wer göttliche Dinge seines Nachdenkens nicht würdigt, wird nach Röm. j, 28 von Gott einer unwürdigen Gesinnung preisgegeben, die sich in unziemlichen Thaten äußert. — Gegen die völlige Ünveränderlichkeit der mosaischen Lehre zeugen z. B. auch die Kapitel ^0—^8 des Lzechielbuches. — Für die sog. ärztliche Mission kann man sich auf den Erlöser berufen. JEsus verband Leibes- und Seelenpflege mit einander. Ähnlich verfuhr auch A. H. Lrancke in Halle. Bei der Armenfürsorge versammelte er die jungen und alten Almosenempfänger in seinem Pfarrhause.