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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 5 (1898) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
5 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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34 zulegen, obwohl sie dieser in gewisser Einsicht noch zweifelnd gegenüberstanden. Den Anlaß zu ihrem Auftreten gab der in „The Brooklyn Eagle“ abgedruckte Aufsatz eines Rabbiners. Dieser suchte den Nachweis zu führen, daß das Ehristentum mittelbar (als eine Erfindung und falsche Überlieferung der ersten Anhänger JEsu) oder unmittelbar auf Betrug ruhe. Während Christen den Angriff des Rabbiners unbeachtet ließen, wehrten ihn die genannten Israeliten ab. Sie veröffentlichten mit voller Namensunterschrift eine Erklärung zu Gunsten der angegriffenen Religion. Der Wortlaut findet sich in dem zu New-tzork erscheinenden Monatsblatt „The Christian Israelite“ ((897, No. 8). Die drei jüdischen Verteidiger des EHristentums lassen sich hier folgendermaßen vernehmen: „Könnte man es begreifen, daß ein Betrug oder eine falsche Nachricht die schweren Proben des Schicksals überstanden haben sollte, welche doch das Ehristentum thatsächlich überstanden hat? Könnte diese Gottesverehrung die Fortschritte gemacht haben, die jetzt offenbar vorliegen, wenn ihr eine Lüge zu Grunde läge? Bedenken wir, daß sie heute die am freisten denkende und fortgeschrittenste Religion ist, welche die Welt je gesehen hat, eine Religion, die für jedes Land und jedes Volk auf der Erdoberfläche paßt! Andere Religionen trugen immer den Sektencharakter: jede hatte ihren besonderen Zweck, ihr besonderes Land und ihre besondere Sprache. Selbst wenn wir Juden nicht glauben, daß die Ehristen Recht haben, müssen wir doch die riesenhaften Fortschritte und die Ausdehnung bewundern, welche die christliche Religion zu verzeichnen hat. „Was wäre aus dieser Welt geworden, wenn die christliche Religion in ihr nicht ihren Gang genommen hätte? Das Judentum hätte sich nie zu einem so gewaltigen und weitreichenden System entwickeln können. Wir Juden waren nur eine Handvoll Leute unter der Bevölkerung der Erde und immer ein für sich selbst lebendes Volk; wir hielten uns allein, blickten auf die anderen Nationen mit Verachtung herab und erhoben keinen Finger, um sie aus dem Schlamm des Heidentums und der Abgötterei zu erheben. Im Gegenteil mieden und verwarfen wir sie. Das Ehristentum dagegen ist stets um die Wohlfahrt aller Nationen und Stämme besorgt gewesen, es bekehrt sie und macht sie besser, und wir Juden erfreuen uns der größten Vorzüge besonders in den Ländern, wo die Leute in möglichster Übereinstimmung mit den Lehren Jesu Ehristi, ihres Meisters, zu leben suchen. Nennen Sie es, wie Sie wollen, Mythe oder Wirklichkeit: jedenfalls bleibt es wahr, daß durch feine Lehren die Menschen um so besser werden, je treuer sie in den christlichen Lehren zu leben und zu wandeln bemüht sind. „Ferner bietet die christliche Religion bis zu diesem Tage keine Anzeichen dafür, daß sie schwächer wird, sondern sie ist mächtiger als je und gewinnt an Kraft, während sich alle anderen Religionen im Niedergang befinden. Aber während alle andern dem gewaltigen Vorwärtsdringen des EHristentums bei sich Raum geben, bleibt das Judentum unbeweglich: ein versteinerter Zeuge für die Wahrheit

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