Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 5 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Inhalt: Zu k. Mose 4, 9. — Jüdische Verteidiger des Christentums. — Stages Neues Testament. — Am Luß bis Berges Kaimef. — Dein letzter Tag. — Zu Joh. 7, 17. — vr. tiufetand, der Leibarzt Friedrich Wilhelms IN. von Preußen. — Generalleutnant t». viebahn. — Antworten. — Jüdische Thronik. — Zur Statistik. Ju 1. Mose 4, 9. „Soll ich meines Bruders Hüter sein?" Rain, kannst du wirklich also fragen? Muß dich dein Gewissen nicht verklagen? Hörst du nicht die inn're Stimme sagen: „Ja, du sollst des Bruders Hüter sein!?" Was die alte Welt hat einst geschaut, wiederholt sich immer noch aufs neue. Immer noch zerbricht man ohne Reue Frech das heil'ge Band der Brudertreue. Immer noch wird )ene Frage laut. „Soll ich meines Bruders Hüier sein?" viele Tausend sind's, die also sprechen, galtet an! wie könnt ihr euch erfrechen, Lin von Gott geknüpftes Band zu brechen? Wollt ihr selbst euch dem verderben weih'n? wachet auf aus eurem schweren Schlaf! Sanft ist niemals euer Ruhekissen. Laßt erleuchten endlich das Gewissen! Dann nur wird des WahnesDunstzerrissen, wenn der Wahrheit siegend Licht ihn traf. Und die Wahrheit Gottes ruft hinein In die Reihen der Getreu'n und Freunde, In die Milte ihrer Brautgemeinde, Aber auch ins Ohr der stolzen Feinde: „Jeder soll des Bruders Hüter sein!" Daß wir liebend unserm Nächsten nah'n, Daß Erbarmen fülle die Gemüter, heischt von uns der große Menschenhüter, Er, von dem wir alle Lebensgüter Tag für Tag und Stund' um Stund' empfah'n. Jeder sei uns Bruder: er sei reich Oder arm, er stehe, wo er stehe, Auf des Lebens sonnenheller Höhe Oder in dem dunkeln Thale „wehe", Möge hart sein Herz sein oder weich. Jeder sei uns Bruder, ist doch Gott Unser Vater, Vater von uns allen, Vater aller, die auf Lrden wallen. Nimmermehr kann der Ihm Wohlgefallen, Der den Nächsten kränkt mit Haß und Spott. Freunde, kommt, verbündet euch mit mir! Laßt uns heut' den Sündenweg verlassen! Laßt uns fürder alles Böse hassen! pflanzet auf mit mir in unfern Gassen Heil'ger Liebe leuchtendes Panier! Gebt dem Bruder, was er nötig hat! Sorget für den Leib und für die Seele! Sättigt ihn, daß Hunger ihn nicht quäle! Mahnt ihn auch, daß er das Heil erwähle, Das gewährt des höchsten Gnadenrat! Jüdische Verteidiger des Christentums. Schon manchmal find christliche Gelehrte und Laien als Ehrenretter des Judentums an die Öffentlichkeit getreten. Dagegen dürfte es noch nicht oft vorgekommen fein, daß falsche Beschuldigungen, die man gegen das Christentum erhoben hatte, von Israeliten zurückgewiesen wurden, lim so mehr freuen wir uns, einen derartigen Fall aus Nordamerika berichten zu können. Meyer Redefeld, Israel posner und Max Levy heißen die drei wackeren Männer, welche es wagten, für die christliche Religion öffentlich ein gutes Wort ein-