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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 4 (1898) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
4 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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30 Messias Kommen in Herrlichkeit, aber auch nach der Wiederaufrichtung des Reiches für Israel. Für die Völkerwelt wird Israel noch fein „wie Leben von den Toten". Vor dem Gott Israels find wir alle, Christen wie Juden, Sünder, aber der gekreuzigte Messias ist das Gotteslamm, welches der Welt Sünde wegnimmt. Endlich glauben auch wir Christen, daß es nur Einen lebendigen, wahren Gott giebt. Trotz unseres Dreieinigkeitsglaubens leugnen wir nicht einen Augenblick die Wesenseinheit der Gottheit. Der Sohn Gottes hat dieselbe Natur wie der Vater und der heilige Geist. Wir alle sind blind, bis der Ewige unsere Augen öffnet. Wir alle gleichen verirrten Schafen, bis wir das Wort Iefaias verstehen lernen: „Der tzErr hat auf Ihn (den Messias) unser aller Schuld gelegt." In der Unterschrift bezeichnet sich der Absender des Briefes als einen, der um den Frieden Jerusalems bittet. Ankunft in Nazareth. Andächtig bin ich manchem Ort genaht, Den einst des Heilands heil'ger Fuß betrat. Nur Lin verlangen blieb noch ungestillt, Doch heute wird auch dieser Wunsch erfüllt. Daliegtdie Stadt, nachderichlang'gespäht: Sei tausendmal gegrüßt, o Nazareth! Die weißen Däuser in dem weiten Thal, Sie leuchten in der Abendsonne Strahl. Ls breitet über eine schöne Welt Sich aus des Fimmels dunkelblaues Zelt. Gleichwie ein holdesRind im weichen Bett - So lächelt mir entgegen Nazareth. . Hier stand des Zimmermanns bescheidnes fHaus. Hier ging der Sohn Marias ein und aus. Lr hörte diesen Brunnen rauschen, sah vondiesemBerg.wieihmdasMeer so nah'. Doch näher war ihm Gott, und im Gebet Zum Vater wuchs er auf in Nazareth. Lr war das Reis vom abgehau'nen Stamm, Lr war das auserwählte zarte Lamm: Das Reis, in welchen; neu der Stamm fergrünt, Das Lämmlein, das allein die Sünden sühnt. Zu Dir, o Jesu, fleh' ich früh und spät., Du Davidssohn, Du Lamm von Nazareth! Der Geist Jehovahs ruhte stets auf Dir: Des Geistes Teil gewähre, HLrr, auch mir! Ja, schenke mir Erkenntnis, Weisheit, Rat Und dann die Rraftzur gottgefäll'gen That! wie hier mich süßer Blumenduft umweht, Umweh' mich Geisteshauch von Nazareth. Du zogst hinaus von diesem stillen Grt Als der Gerechtigkeit und Wahrheit Hort. Du machtest Dir die Welt zum Siegesfeld: Besieg' auch mich, o königlicher Held! Der als Panier der Völker ewig steht —- Gelobt sei Jesus Christ von Nazareth! Zu Zos. 1, 8 und As. 1,2 5 Lin Jude in Mogador besuchte den dortigen Missionar Zerbib, um diesem aus Anlaß eines Todesfalles fein Beileid zu bezeugen. „Da Sie jetzt in Trauer sind," sagte er, „können wir mit einander plaudern, ohne über das Gesetz oder die Propheten zu reden." Zerbib aber bekämpfte das talmudische Gebot, welches den Leidtragenden die Beschäftigung mit der h. Schrift untersagt, „wenn eine Zeit im Leben sich mehr zum Bibelstudium eignet als eine andere, so ist es die Zeit, in welcher der Tod bei einer Familie eingekehrt ist," erklärte er. „welcher Trost gleicht dem des göttlichen Wortes, daß es eine bessere Welt giebt, wo Schmerz und Tod nicht mehr zu finden sind, und wo man sich nicht mehr trennt? Der Jude erwiderte: „Ich weiß nicht, warum jenes verbot gegeben wurde, wenn es keinen Grund hat." Zerbib bezeichnete nun die rabbinische Vorschrift als ein Zeichen der Verachtung des göttlichen Befehls Jos. \ und der Segensverheißung Ps. z. „Die jüdischen Trauergesetze," sagte er, „sind drückend für die Armen, beleidigend für die Gebildeten, entwürdigend hinsichtlich der Menschlichkeit und dem Worte Gottes völlig zuwider." Der andere stimmte schließlich zu. Aber dem Missionar genügte dies nicht. „Sie sollten Ihre Stimme erheben und Ihren Brüdern sagen, daß dieselben sich in einem Irrtum befinden. . Sie sollten

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