Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1898-01-01 · 3 (1898) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
3 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2555128-2555131--09898-2566100
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1^-'Vc*”v-f -r'V""'-' •'"■>*• •'* -->v®&; -.v»i c -i' 23 Allmacht versiegelte hierdurch die versöhnende Kraft des Todes JLsu. Das Priestertum Lhristi überragt dasjenige Aarons und hat das Priestertum Melchisedeks zum Vorbild (;. Mose ^7 ff-)- _ (A. L. Adler.) Zu 5. Mose. 17,1 und 1. I>etri 1,18 f. Einer jüdischen Sage zufolge hatte der weise König Salomo einen sechsstusigen Thron, wenn er die erste Stufe bestieg, tönte ihm das Gebot entgegen: „Du sollst das Recht nicht beugen!" Auf der zweiten vernahm er Gottes Ruf: „Du sollst kein Ansehen der Person kennen!" Auf der dritten wurde er gemahnt: „ Du sollst keine Bestechung nehmen!" Beim Betreten der sechsten Stufe aber hörte er die Warnung: ,,Du sollst Iehovah, deinem Gott, kein Opfer.bringen, an welchem ein Gebrechen ist! Denn das ist Jehovah ein Greuel." — Gott muß uns höher stehen als alle Menscben. Auf die rechte Stellungnahme zu ihm kommt mehr an als auf das rechte Verhalten gegenüber unfern Nächsten. Dieses ist ohne jene, unmöglich, wichtiger als alle Moralgebote sind daher die eigentlichen Religionsvorschriften. Unter den letzteren steht die Forderung des Gott darzubringenden Opfers obenan. Und dies Opfer soll untadelig sein. Sonst wäre es statt einer Ehrung eine Beleidigung des heiligen Gottes. Nur ein makelloses Tier durfte einst zwischen Gott und Israel treten, um dem Volk einen mittlerischen, aber zugleich auch prophetischen Dienst zu leisten. Denn nur für die Zeit des alten Bundes war die göttliche Huld von der Darbringung eines Tieres abhängig, also eines Wesens, welches eine Stufe tiefer steht als der Mensch. I"l neuen Bund ist sie an die Darbringung des göttlichen Messias geknüpft, der eine Stufe höher steht als der Mensch. Der Sünder selbst ist nicht imstande, in eigener Kraft die Gnade des höchsten zu erlangen, wie ein Bach fließt diese Gnade im alten, wie ein Strom, ja, wie ein Meer im neuen Bunde. Seitdem das von den Tieropfern abgeschaltete Messiasopfer, das Opfer des unschuldigen und unbefleckten Gotteslammes, auf Golgatha in eigentlichem Sinne dargebracht worden ist, kann dies Opfer uneigentlich von uns in bußfertigem Glauben immer wieder dargebracht werden. Zu Mark. 10, 47. Der den Lesern der D. E. schon bekannte wiener Missionsprediger Kameras besuchte unlängst in einem dortigen Hospital einen evangelischen Kranken. Als er diesen verließ und aus dem Zimmer gehen wollte, bemerkte er, daß ein anderer Kranker, ein junger Mann, ihn grüßte. K. erwiderte den Gruß, fragte nach dem Leiden des Jünglings und versicherte denselben seiner Teilnahme. Aber der Kranke antwortete: „vielleicht sind Sie mit Ihrer Teilnahme etwas rasch bei der Hand. Ich fürchte, Sie werden sie zurückziehen, wenn Sie hören, daß ich ein Jude bin." Der Missionar sagte: „Sie sind im Irrtum. Ich liebe die Juden. .Meine Teilnahme für Sie ist jetzt um so größer, da ich weiß, daß Sie in diesen dunkeln Stunden der Krankheit keinen wirklichen Trost sinden." Da fragte jener erregt: „warum sollte ich als Jude keinen wahren Trost finden? Darf ich als Jude nicht auf Genesung hoffen?" K. hielt nun dem Kranken vor, wie die Seele nur dann wahrhaft getröstet werde, wenn Gott sich ihrer erbarme. „Ein Atom von Gottes Liebe versüßt das Leiden und schenkt Überwindungskraft." Dann fuhr er fort: „Das Erbarmen Gottes ist aber nur durch Christum zu erlangen. In Jesu sind alle Ströme der göttlichen Liebe vereinigt. Wenn wir ihn zum Heiland und Erlöser haben, brauchen wir wegen unserer Sünden nicht zu verzweifeln und den Tod nicht zu fürchten." Zum Beweise wurden Röm. 8, 2. Kor. 5, 2\; Kor. \5, 55 und Phil. 2\ angeführt. Zum Schluß hob der Prediger hervor, daß jede Krankheit ein Wink von oben sei, der uns Selbsterkenntnis lehren, aber auch zu dem großen himmlischen Arzt führeu wolle. Als er sich mit dem Wunsch entfernte, daß der Kranke Jesum gewinnen möge, da er mit ihm alles gewinne, bat ihn sein Zuhörer um Wiederholung des Besuchs. K. entsprach gerne dieser Bitte und weilte fortan manchmal am Bette des kranken Juden. Er machte ihn immer mehr mit der heiligen Schrift bekannt. Als der junge Mann ihm gestand, daß sein sündiges Leben die Ursache seiner Krankheit sei, verwies er ihn auf Luk. *5, 2\, Joh. 3, und Mark. \o, H7. Das Gebet: „Herr Jesu, erbarme Dich meiner!" sprach er dem Kranken, dessen Zustand sich immer mehr verschlimmert hatte, auch noch bei seinem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.