Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 3 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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22 es zu meiner Lebensaufgabe machen, das Gewebe des Truges undder Verführung (denn welchen fänden ist oft das Missionswesen anvertraut I) zu enthüllen. Der Wahrheit soll ihr Recht werden, und sie soll bekunden, wie unvereinbar jene Bekehrungsversuche mit dem eigentlichen Wesen der Religion seien." (A. Z. d. I. M8, S. 570.) Ähnlichen Angriffen war die Iudenmission zu allen Zeiten ausgesetzt. Sofern sie unziemliche Missionsarbeiten und unwürdige Missionsarbeiter betreffen, sind sie christlicherseits ernstlich zu beachten. Den Missionsfreunden stellt sich hier „der andere Teil" dar, der gehört werden soll. Sind im Missionsbetrieb Mißstände vorhanden, so ruhe man nicht, bis sie beseitigt sind. Die Israeliten aber bitten wir, ebenso vorurteilslos die Verteidiger jener Angriffe anzuhören: diejenigen, welche für sie „der andere Teil" sind. „Eines Mannes Rede ist keine Rede. Man soll sie hören alle beede." Die Abwehr besteht in dem Hinweis auf die Forderungen des Evangeliums. Jeder Bekenner des letzteren sieht sich durch dasselbe verpflichtet, zwar nrcht als ein Proselytenmacher, aber als ein Missionar zu seinen Mitmenschen, auch zu Israel, zu treten. Die Propaganda, die wir treiben, ist eine von Ehristo selbst gewollte (Mark. (6, 1(5). Sie darf nicht eingestellt werden, obgleich es nicht zu bezweifeln ist, daß sie die Menschen vielfach mit einander entzweit (Mat. (0, 3H ff.). Die wahre Iudenmission ist aber nicht nur eine unentbehrliche Einrichtung der christlichen Airche, sondern auch die größte Wohlthaterin der Synagoge, weil sie diese der Wiedergeburt entgegenführt (Röm. ff.). Are Londoner Iudenmission in Merlin 1898. Hausbesuche: 772. Reden: 96. Neugedruckt: 8000 Traktate („wir haben seinen Stern gesehen" und „Das Menschenopfer bei den Israeliten") und 32 ooo Zeitschriften (.,Dibre Lmeth" und „Timotheus"). Verbreitete Schriften: 48578. Erlös aus dem Verkauf von 7*62: JU 38j,35. Iahresgelder für die beiden Missionsblätter: Jl. 584,62. Weitere Einzel- und Sammelgaben: JV. 633,50. Taufbewerber: 5. Taufen: 2. Jüdische Teilnehmer an der christlichen Iom-Kixpur-Feier: 44. Mitarbeiter: \ Kolporteur und (kurze Zeit) \ Diakonissin. Zu 4. Wose 17. Auf Korahs Empörung und Bestrafung folgt hier die Bestätigung des aaronitischen Priestertums. Das Eingreifen Gottes zeigte, daß Korahs Behauptung, ganz Israel fei heilig und habe das Recht, Gott ohne einen Mittler zu nahen, von dem Ewigen selbst, nicht gebilligt wurde, wir bedürfen auch jetzt noch eines Mittlers: eines von Gott Erwählten und Ernannten, der Ihm als der Vertreter der ganzen Gemeinde naht. Gerade in dieser wichtigen Frage ist heutzutage Israels Verhalten zweifelhafter Art und widerspricht sich selbst. Auf der einen Seite beklagt man in den feierlichsten Gebeten die schon so viele Jahrhunderte währende Abwesenheit des Opfers, des Tempels und des Hohenpriesters. Andererseits rühmt man, Gott liebe alle Kinder Israel so sehr, daß dieselben keines Mittlers bedürfen. Nach dieser zweiten Anschauung ist jeder Israelit befähigt, mit den Opfern seiner Lippen (seinen Gebeten) und mit Fasten Gott zu nahen. Wo ist der Weg, der aus dieser Verwirrung berausführt? Wir stnden ihn in der vom Evangelium bezeugten Thatsache der Erlösung. Der Christ bat einen Hohenpriester, welcher wie Aaron von Gott ernannt und bestätigt worden ist. Die Bestätigung des Priestertums Christi erfolgte durch seine Auferweckung von den Toten. Gottes