Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 3 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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24 letzten Besuch vor. Als er wiederkam, war das Bett leer. Der Israelit war in der Nacht zuvor gestorben, nachdem er, wie dem Missionar berichtet wurde, kurz vor seinem Ende mehrfach gerufen hatte: „Herr Jesu, erbarme Dich meiner!" K. ist davon überzeugt, daß der, welcher dem Schächer am Kreuz das Paradies öffnete, diesem reumütigen Sohne Abrahams seine vergebende und verklärende Liebe geschenkt hat. Aus der jüdischen*,Nresse. Unsere Glaubensgenossen im Osten sind in sozialer Beziehung vielfach besser als wir. während bei uns vielleicht mancher Jude lieber von Almosen lebt, als daß er durch schwere Arbeit sich sein redlich Brot erwirbt, verschmähen die Juden drüben keine Arbeit. (A. Z. d. I- *898, Nr. 37.) — wir sagen in unfern Gebelen: wir haben keinen König, der uns vergeben kann, denn Gott. Und doch ist dies nur bis zu einem gewissen Grade wahr. Denn jeder Mensch besitzt die Kraft, sich selbst zu verzeihen, wenn er sich sagen darf: Ich habe nicht gesündigt, oder: Ich habe die Schuld gesühnt. (Ebd. Nr. 38. Gegen Hebr. 9, 22. 28.) — verwandt mit dem kühnen Wort R. Meirs: „Ich will meinen Lehrer erlösen" ist die Seelenfeier, welche wir am Schluß der Feste feiern. Unser Gebet, unsere Spenden kommen vor Gott, ein Zeugnis, daß unsere Vorfahren uns zur Gottesfurcht, zur Menschenliebe erzogen haben, und dies Zeugnis muß sie erlösen. (Ebd. Nr. 40. Gegen ps. 49,8 f. und Lzech. *8, 24. 26.) — Die neuerdings förmlich Mode gewordene Taufe jüdischer Kinder zu leugnen, hieße den Kopf in den Sand stecken. Wo vollständiger religiöser Indifferentismus vorliegt, können wir es begreifen, wenn Eltern aus Bequemlichkeit im angestammten Glauben verharren, ihren Kindern aber die Segnungen der Staatsreligion zuteil werden lassen, wo aber dieser Schritt aus innerm widerstreben geschieht, sollten sich doch jüdische Eltern die Frage vorlegen, ob eine Maßregel gerechtfertigt ist, die vom ethischen Standpunkt einer Herabwürdigung der eigenen Person gleichkommt, und deren materieller Preis noch dazu äußerst zweifelhaft ist. (Ebd.) — Unsere religiösen Einrichtungen haben im Gegensatz zu andern Religionen eine Lücke, die unbedingt ausgefüllt werden muß, nämlich, daß man sowohl bei der Religionslehre als beim.Gottesdienst dem männlichen Geschlecht mehr als dem weiblichen Beachtung schenkt, wenn aus den höchsten Kreisen unserer Glaubensgenossen junge Mädchen sich zusammensinden, Konventikel in allen Stadtteilen veranstalten, viel eifriger als jetzt den Gottesdiensten beiwohnen würden, so könnte es nicht fehlen, daß sich das eingeschlummerte Interesse fürs Iudentum nach und nach in Liebe und Begeisterung verwandeln würde. Tonangebende Kreise müssen sich dieser Idee bemächtigen und diese s. z. s. zur Mode erheben. Doch kann sich ein Iude heutzutage den Luxus der Orthodoxie wohl kaum erlauben. (Ebd. Nr. 50.) — Nie waren wir, seitdem die Emanzipation der Inden gesetzlich festgelegt, von deren praktischer Durchführung weiter entfernt als gerade jetzt. (Ebd. *899, Nr. *.) HodesMe 1898: Dr. Ord-Mackenzie, Vizepräsident der L. I'M.,82 I« a.: 26. Ian. London. — Frau Miss. Wolkenberg: Febr. Liverpool. — P. D. I- Freshman, 53 Ia.: 2. Febr. New-Pork. — Miss. I-B. Lrighton-Ginsburg,?5Ia.: 4.März. Konstantinopel.—Miff.L.Zucker: 30. Juli. Salzburg. — P. Dr. M. Heidenheim: 12. Okt. Zürich.—P. D.I- Hirsch,?8Ia.: Sext. Liverpool. — Miss' geh. L. p. Sams on: 25. Nov. Liverpool.—L.Kendrick, 89 Ia.: *2.Dez. London. — Frau Dr. Anderson: 20. Dez. Haifa. Hrnpfangsöescheinigung. Frl. G.-H. und Hr. S. L.-G. je 0,80. Frl. B.-Br.*. P. Fr.-A. *,60. P. Fl.-N. B. 2. Frl. B.-Gn., Sem' l. M.-A., P. B.-Sch. u. Sup. H.-L. je 3. Fr. P. H.-Br. u. Hr. w.-w. je 4. Hr. L. R.-Gr. 4,85. Diak. M. G.-H. u. Fr. R. B.-M. je 5. Diak. I- W.-A. 8. P. M.-Z. 9 (3 + 3 + 2 + 0- Frl. W.-A. \2 (*0 + 2). Fr. P. Schl.-L. *6,32. Fr. M.-Br. 33,40. Miss. Fl.-K. 40. Herzlichen Dank! Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von 3. tvindolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.