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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 3 (1898) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
3 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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0 ständnis dieser Vergünstigung verhilft die gleichzeitige jüdische Geschichte. In Rabbi Iehuda zu Tiberias, dem Schöpfer der Mischna oder doch ihres Grundstocks, verehrte damals ein großer Teil Israels seinen Fürsten Von dem Oberhaupt einer Schule drohte dem römischen Staat keine Gefahr. Ls stand daher nichts im Wege, dasselbe als den Leiter der Rom unterworfenen Nachkommen Jakobs amtlich anzuerkennen. Das geschah durch den fraglichen Erlaß. Auch die wohlwollende Behandlung der Christen seitens Alexanders hat allem Anschein nach persönliche Erlebnisse seiner Jugendzeit zum Ausgangspunkt. Seine Mutter führte einmal in Antiochien eine eingehende Unterredung mit dem geistvollen Kirchenlehrer Origenes. Gewiß gelang es diesem, nicht nur Julia Mammäa, sondern mittelbar zugleich ihren Sohn in gutem Sinne zu beeinflussen, stand ihm doch der letztere als ein Schüler der neuplatonischen Schule ohnehin schon in gewisser U)eise nahe und erzählte man sich doch außerdem in der kaiserlichen Familie, daß Septimius Severus durch einen Ehristen von einer gefährlichen Krankheit geheilt worden fei. Alexander bethätigte seine christenfreundliche Gesinnung zunächst dadurch, daß er in der schon genannten Kapelle auch der Büste Ehristi einen Platz anwies. Wie Israels Stammvater, so erschien ihm auch der Stifter der Kirche als ein erhabenes, verehrungswürdiges Wesen. Bei einem Streit, den die christliche Gemeinde zu Rom mit der Zunft der Garköche wegen eines von beiden Teilen beanspruchten Grundstücks führte, traf der Kaiser die Entscheidung zu Gunsten der ersteren. Er erklärte, es sei besser, daß die Gottheit dort verehrt werde, wie auch immer die Verehrung geartet sein möge (Huomoäoeuiniue). hiermit erkannte er thatsächlich die Kirche als eine gesetzlich bestehende Religionsgesellschaft an, obwohl er sie nie förmlich unter die erlaubten religiösen Verbände aufnahm. Daß ihm das kirchliche Verfassungsleben ebenso bekannt war wie das jüdische, ersehen wir aus der Begründung des die Ernennung von Staatsbeamten betreffenden Gesetzes. Er beruft sich darauf, daß neben den Synagogenvorstehern auch die Bischöfe vor der Einsetzung in ihr Amt eine Art öffentlicher Prüfung zu bestehen haben, sofern ihre Namen zu allgemeiner Kenntnis gebracht werden. Als Ulpian, der Tyrer, des Kaisers erster Ratgeber, die früheren Erlasse gegen die Ehristen gesammelt hatte, machte Alexander von diesem Werk keinen Gebrauch. Er betrachtete es nur als eine Geschichtsqüelle, nicht als ein für ihn giltiges Gesetzbuch. Später aber handelte man wieder nach den alten Verordnungen. Deshalb nannte Laktanz ihren Sammler einen Haupturheber der Ehristenverfolgungen. Für Israel und die Christenheit war es ein schwerer Schlag, daß Alexander bereits 235 ermordet wurde. Er hatte sich im Osten gegenüber dem Perserkönig Artaxerxes als einen tüchtigen Feldherrn erwiesen. Wahrscheinlich wäre er auch im Westen den nach Gallien eingedrungenen Germanen gegenüber Sieger geblieben. Aber seine Truppen wollten sich die strenge Mannszucht, die er ausübte, nicht gefallen lassen. Sie empörten sich und schlugen ihn in der Nähe von Mainz nieder. Mit ihm starb als. zweites Opfer des Aufruhrs seine

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