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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 3 (1898) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
3 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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[8 fliehen die Jünger, die unbefestigten und leidensscheuen; am Areuze klammert stch fest die Iüngerliebe, die mit seligem Vermächtnis bedacht und gesegnet wird. In dunkler Nacht verrät der Jünger den Meister, mit dem er am lichten Tage gewandelt, es verleugnet am Aohlenfeuer der Nacht vor einer Magd der sonst fröhliche bekennende Jünger; aber am lichten Tage nimmt der den Gekreuzigten vom Areuze, der in der Nacht einst furchtvoll zum Propheten gekommen. Furchtlos bekennt stch vor dem Landpfleger zu dem vom hohenrat Verworfenen ein Ratsherr, ein unbekannter Jünger. Alte Jünger fallen über dem Areuze, und neue erstehen am Areuze. So war's einst. So ist's noch heute. Und nun, Seele, frage dich: Ist dir der Gekreuzigte gesetzt zum Fall oder zum Auferstehen? (<£. Frommet.) Alexander Severus als Freund Israels und der Christenheit. In Syrien geboren, von seiner Mutter Julia Mammäa vortrefflich erzogen, bestieg Alexander Severus noch als Anabe i. I. 222 den Thron der Täsaren. Inmitten einer entarteten Welt steht er in mancher Einsicht als ein Lichtbild da. Auch als Juden- und Thristenfreund ist er beachtenswert. Eine freundliche Haltung gegenüber den Israeliten wurde zu Zeiten schon von den mit ihm verwandten Aaisern Septimius Severus, Taracalla und heliogabal beobachtet. Taracalla hatte sogar einen jüdischen Pflegebruder, der ihm teuer war. Juden verkehrten auch im Elternhause Alexanders. Auf ihn wirkte der jüdische Geist noch kräftiger als auf seine Vorgänger. In seiner Hauskapelle zu Rom, in welcher er an jedem Morgen vor den Abbildungen des Orpheus, des Apollonius von Tyana und anderer großer Männer eine Andacht verrichtete, ließ er auch eine Büste des israelitischen Erzvaters Abraham aufstellen, hillels Mahnung, andern nicht zu thun, was man sich von andern nicht wünsche, schien ihm so wichtig, daß er sie nicht nur oft im Munde führte, sondern sie auch in die Ü)ände seines Palastes und in öffentliche Denkmäler eingraben ließ. (Mat. 7, \2 enthält diese Vorschrift in bejahender Form.) An der jüdischen Gemeindeverfassung gefiel ihm außerordentlich die vor der endgültigen Anstellung der Gemeindebeamten übliche Bekanntmachung ihrer Namen. N)ie die letztere zu dem Zweck erfolgte, daß etwaige Beschwerden gegen die vorläufig Gewählten vorgebracht werden könnten, so bestimmte auch der Aaiser in Nachahmung der jüdischen Ordnung, daß die Namen der von ihm berufenen Staatsbeamten zu gleichem Zweck öffentlich bekannt gegeben würden. Der Arger der Gegner dieser Maßregel trug ihm den Spitznamen „Synagogenvorsteher" (^.rotiisynagogus) ein. Aber nicht nur nehmend, sondern auch gebend erwies sich Alexander als einen Philosemiten in dem gewöhnlichen engen lVortfinn. Er erlaubte den Israeliten, wie uns berichtet wird, in Palästina zu wohnen. Das kann stch nur auf neue Einwanderungen beziehen, da es ja immer jüdische Gemeinden im heiligen Lande gegeben hatte. Ferner räumte der Aaiser seinen jüdischen Unterthanen das Recht ein, einen eigenen Fürsten über sich zu haben. Zum Ver-

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