Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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J5 Ernst gemacht mit der Grundforderung aller Religion, der Forderung eines persönlichen Gottes." „Zu einer bloßen Abstraktion, einer reinen Idee, können wir ebensowenig in ein persönliches Verhältnis treten, als das Gefühl der Liebe im höchsten Sinne einer Statue gegenüber denkbar ist." ,,Der Glaube an einen persönlichen Gott ist der Angelpunkt der Religion Israels, wie will man aber eine Persönlichkeit schildern anders als in den formen und nach der weise der einzigen uns bekannten Persönlichkeit, unserer menschlichen?" Das A. T. bringt uns den Allmächtigen menschlich näher, ohne seiner Göttlichkeit etwas zu vergeben. ,,Daher kommt es, daß alle, welche mit einem persönlichen Gott gebrochen haben, das A. T. mit ihrer besonderen Abneigung -beehren." Mit Bezug auf das Gerede von dem zornigen Judengott bemerkt L.: ,,Der Zorn Gottes ist nichts anderes als die Reaktion der göttlichen Heiligkeit gegen alles Unheilige. Lin Gott, dem dieser Ing fehlte, wäre wie ein Mensch, dem das Gewissen fehlt." Der Zorn Gottes ist auch eine altgermanische Vorstellung, wie die Ldda bekundet. Iran^ois Kopple über Wunder. Der J843 zu Paris geborene" Dichter und Akademiker Loxpäe schrieb unlängst^in einem die Jungfrau von Orleans behandelndenHAufsatz: „Ls gab eine Zeit, ^wo ichß bei der Erwähnung von Wundern verächtlich mit den Schultern gezuckt hätte. Und doch, wenn es einen allmächtigen Schöpfer der sichtbaren und der unsichtbaren Welt giebt, muß er wohl größer sein als die Gesetze, nach denen er selbst sein Werk geordnet hat, und 'kein Wunder kann ihm deshalb unmöglich sein, bleute bin!ich nicht mehr so anmaßend, diese augenscheinliche Wahrheit zu verkennen. Ls kam ein Tag, wo ich, wie es schien, auf dem Totenbett lag. Ich sah das Grab vor mir, und ich fühlte das verlangen nach Unsterblichkeit. Da begannßich die Evangelien zu lesen. Ich las sie, wie man sie lesen soll, mit einfältigem, offenem Kerzen, und auf ljeder Seite, sin jedem Worte dieser erhabenen Erzählung sah ich die Wahrheit leuchten. Und so glaube ich nun fest an alle Wunder, wie sie in den Evangelien erzählt werden mit der Klarheit und Genauigkeit im Einzelnen, die der stärkste Beweis ihrer Wahrhaftigkeit sind. Ja, JEsus hat den Blinden das Augenlicht und den Toten das Leben gegeben. Als er seine kurze Wanderung durch diese Welt zurücklegte, verbreitete er solchen Segen unterwegs, um zu zeigen, daß er Gottes Sohn war. i So gründete er die Religion, die in Jahrhunderten allen Menschen von gutem willen Frieden gegeben hat.,'. Den Glauben an ihn, den ich jetzt erfaßt habe, gedenke ich fortan festzuhalten, daß er beständig und stetig sich in mir kräftige bis an meines Lebens Ende!" Zum Wachdenken. „Bei der großen Finsternis, die in der Welt herrscht, sollte man selbst das Leuchten eines Glühwurms nicht bedecken." So lautet das Motto einer Broschüre. Der HErr will, daß wir seine Zeugen seien, aber die Finsternis wächst um uns her, und wir verbreiten vielleicht nicht einmal das Leuchten eines Glühwurms. Und doch wird uns, selbst wo das persönliche Zeugnis uns schwer wäre, die Ausbreitung der göttlichen Gedanken leicht gemacht durch die^Schriften, die wir nur weiterzugeben brauchen. fL (Edelweiß.) 2. Neben den mit Inschriften reich geschmückten Sälen und fallen der Wartburg ist ein Raum, auf dessen glatter, weißgetünchter wand mit roter Schrift nur die Worte angezeichnet stehen: „Gott dienen ist wonnig." Diese Worte, an dem Grt, der voller Erinnerungen an Luther ist, berühren wundersam, wie oft mag Luther es dankbar' empfunden haben, trotz aller Verfolgung und Schmach, die es ihm eingetragen, daß ,,Gott dienen wonnig" ist! Hast auch Du es schon empfunden? (Ebd.) 3. In der Bibel sind Schätze zu heben, herrlichere, als Du ahnst. Aber wie der Bergmann, derk Schätze sucht, im Dunkeln arbeitet, wo er anfangs nichts sieht, so geht's dem, der die Schätze der Bibel zu heben^sucht. Zuerst ist ihm alles dunkel und unverständlich, bis ihm allmählich die^ Schätze immer reicher und^strahlender entgegenleuchten. (Pilgers. H.)