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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 2 (1898) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Zuerst erscheint dem Propheten auf einer mit Myrthen bewachsenen Aue ein Engel, der ein rotes Roß reitet, (nebst zahlreichen berittenen Begleitern. Noch ist alles still auf Erden, j Noch s immer scheint die Vollendung des Heiligtums in Jerusalem unmöglich zu sein. Der haß derZSamariter, welcher die Einstellung des Baus bewirkte, und die Gleichgültigkeit vieler Israeliten scheinen triumphieren zu sollen. Für die Erfüllung von Hag. 2, 22 ff. ist noch kein Anzeichen da. Deshalb wird im Namen der Frommen die an Ies. 2J, JJ -und Off. 6, JO erinnernde Frage aufgeworfen: K„HErr Zebaoth, wie lange willst Du Dich nichts erbarmen?" Da giebt der Ewige eine trostvolle Antwort. Den Heiden will er seinen Zorn, Israel aber seine Gnade offenbaren. Bald erfüllte sich diese Weissagung. Schon 5J6 konnte der Tempel, das Gotteshaus, eingeweiht werden, und H57 wurde von Artaxerxes der Wiederaufbau der Gottesstadt befohlen. — Auf das erste Gesicht, welches uns Hab. 2, 3 einfchärft, folgt im zweiten eine weitere predigt von der Oberhoheit des göttlichen Weltherrschers gegenüber allen menschlichen. % Hörner (vgl. Klage!. 2, 3 und J7), welche das Volk des „höchsten zerstreut haben, werden von H Schmieden abgestoßen. Für jedeZÄußerung der widergöttlichen Weltmacht ist ein göttlicher Gerichtsbote da. Auch Antiochus Epiphanes und die Lhristenverfolger auf demlThron der Läsaren haben dies erfahren. Abdul Hamid II., der Mörder der Armenier, und fein Reich werden dies erfahren, wenn sie nicht Buße. thun. — Das dritte Gesicht läßt uns einen Blick in die selige Endzeit thun, in welcher Jerusalem einer steinernen Mauer nicht mehr bedarf. Dann wohnt Gott inmitten seines aus Israeliten- und Heiden bestehenden Volkes (vgl. Sach. 8, 22; Jflj, J6) und umgiebt es wie eine feurige Mauer. Auf den Weg, der zu diesem Ziele führt, deuten Sach. 9, 9; J2, JO und J3, J hin. Das N. T. beschreibt ihn z. B. Ioh. J, J^, Mat. 28, 20 und Köm. JJ. - Von der Zukunft lenkt das vierte Gesicht auf die Zeit Sacharjas zurück. In unreinen Kleidern steht der Hohepriester Iosua vor dem Engel des HErrn, wie in Rom der Angeklagte und seine Verwandten oder Freunde als ,,Beschmutzte" (sordidati) vor den Richter traten. Aber Iosuas Ankläger muß verstummen. Der Hohepriester, den Gottes Gnadenmacht aus den Flammen der babylonischen Gefangenschaft herausgerissen hat, wird z durch einen weiteren Erweis dieser Gnadenmacht entsündigt, mit einem reinen Turban und reinen Gewändern geschmückt. Er und die andern Priester sollen zugleich^Wahrzeichen Zemachs sein, dessen, der sowohl Davids Nachkomme als auch des HErrn Pflanze ist (Ier. 23, 5 f.; 33, J5 f.), also des göttlichen Messias, welcher das wahre Gotteshaus baut und als Priesterfürst herrscht (Sach. 6, J2 f.). Gottes Augen ruhen auf dem neugelegten Tempelgrundstein (Hag. 2, J9). Gott selbst arbeitet als Baumeister mit.H Endlich (wird dem ganzen Lande die Entsündigung zu teil (Esra 5, J6 ff.).^ Der Ehrist denkt hierbei noch an einen andern verachteten Grundstein (Apg. ■ % JO f.). — Im fünften Gesicht empfängt Serubabel (Schefchbazar), der Davidide, der mit $2 360 Männern nach Jerusalem zurückgekehrt ist und dem neuen Gemeinwesen vor-

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