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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 1 (1898) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Wilhelm des Großen Majestät Herzenswunsch, auf dem durch die Liebesarbeit des Iohanniterordens geweihten Platze, welchen Meines in Gott ruhenden Herrn Vaters, des Kaisers und Königs Friedrich III. Majestät auf der Pilgerfahrt zum heiligen Grabe als hochherziges Geschenk des Landesherrn einst in Besitz genommen, eine evangelische Kirche zu errichten, damit in ihr das Wort Gottes auf dem Glaubensgrunde der Reformation in deutscher Sprache gepredigt und der Name IEsu Ehristi in deutscher Sprache gepriesen werde. Gottes Gnade hat es Mir, dem deutschen Kaiser und König von Preußen Wilhelm II., verliehen, das von meinen Vorfahren begonnene Werk zu vollenden und heute, am Gedächtnistage der gesegneten Reformation, im Beisein Meiner teuren Gemahlin, der allerdurchlauchtigsten Kaiserin und Königin Auguste Viktoria, umgeben von den Vertretern der evangelischen Lhristenheit und getragen von ihren Gebeten, die Einweihung der Kirche zu vollziehen. Die Kirche soll den Namen ,,Erlöserkirche" führen, damit kund werde, daß Ich und alle, die mit mir in dem Werke der Reformation ein Gnadenwerk Gottes erkennen und dankbar daran festhalten, zu IEsu Ehristo dem Gekreuzigten und wahrhaft Auferstandenen als zu unserem einzigen Erlöser aufschauen und allein durch den Glauben an ihn gerecht und selig zu werden hoffen. Zugleich aber soll diese Kirche, die sich an der stelle erhebt, wo einst die Johanniter unter dem Kreuz ihre Liebesarbeit gethan, davon Zeugnis geben, daß Glaube und Liebe unzertrennlich sind und in Ehristo IEsu nichts gilt, als nur der Glaube, der durch die Liebe thätig ist. Dankerfüllten Herzens bitten wir Gott, er wolle fein feigmachendes Wort allezeit erhalten und verleihen, daß es hier und allerorten lauter und rein gepredigt werde und viel Frucht der Liebe schaffe, damit sein Name geheiliget werde, sein Reich komme, sein Wille geschehe; er wolle unsere teure evangelische Kirche bauen und schirmen und unser deutsches Vaterland segnen aus der Fülle seiner Gnade. Von dem Jerusalem hier unten heben wir unsere Augen auf zu dem Jerusalem, das droben ist. Der HErr und Erlöser der Welt verleihe uns und allen, die gläubig zu ihm beten im Glauben und brünstiger Liebe, also zu wandeln, daß wir dereinst eingehen in die obere Gottesstadt, dort ihm zu danken und ihn zu preisen in Ewigkeit." Die Muhammedaner behaupteten bisher vom Muristan, daß Gottes Fluch auf diesem Platz ruhe. Jetzt ist er eine Stätte des Segens. Nicht ungesegnet kann die von hier zu Millionen gedrungene Kunde von den obigen herrlichen Kaiserworten geblieben sein. Und Segen bietet Gottes Gnade allen Besuchern der neuen Kirche dar, wie man bereits in der alten Kapelle Segen empfangen durfte. Eine göttliche Segensbotschaft hören wir auch aus den Klängen und den Inschriften der in Apolda gegossenen 3 Glocken der Erlöserkirche heraus, doch erinnern diese zugleich an die Antwort, die wir dem Ruf des Höchsten schulden. Die Glocken, von denen die größte 30 Zentner wiegt, sind in d f a abgestimmt. So beginnt die neue Form eines alten Lhorals, nach dessen Weise 3 Lieder zu Ehren des Vaters,

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