Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555128-2555129--09876-2566076- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
liums treibt uns an, ihm nachzufolgen, sie mahnt uns in glaubensvollem Aufblick zu dem, der für uns am Areuze gestorben, zu christlicher Duldung, zur Bethätigung selbstloser Nächstenliebe an allen Menschen, sie verheißt uns, daß bei treuem Festhalten an der reinen Lehre des Evangeliums selbst die Pforten der Hölle unsere teure evangelische Airche nicht überwältigen sollen. Von Jerusalem kam der Welt das Licht, in dessen Glanze unser deutsches Volk groß und herrlich geworden ist. Was die germanischen Völker geworden sind, das sind sie geworden unter dem panier des Areuzes auf Golgatha, des Wahrzeichens der selbstaufopfernden Nächstenliebe. Wie vor fast zwei Jahrtausenden, so soll auch heute von hier der Ruf in alle Welt erschallen, der unser aller sehnsuchtsvolles hoffen in sich birgt: Friede auf Erden. Nicht Glanz und Macht, nicht Ruhm, nicht Ehre, nicht irdisches Gut ist es, was wir hier suchen, wir lechzen, flehen und ringen allein nach dem Einen, dem höchsten Gute, dem Heil unserer Seelen. Und wie Ich das Gelübde Meiner in Gott ruhenden Vorfahren: „Ich und Mein Haus, Wir wollen dem HErrn dienen," an diesem feierlichen Tage hier wiederhole, so fordere Ich Sie alle auf zu gleichem Gelöbnis. Jeder sorge in seinem Stande und Berufe, daß alle, welche den Namen des gekreuzigten HErrn tragen, in dem Zeichen dieses hochgelobten Namens ihren Wandel führen zum Siege über alle aus der Sünde und der Selbstsucht stammenden finsteren Mächte. Gott verleihe, daß von hier aus reiche Segensströme zurückfließen in die gesamte Ehristenheit, daß auf dem Throne wie in der Hütte, in der Heimat wie in der Fremde Gottvertrauen, Nächstenliebe, Geduld im Leiden und tüchtige Arbeit des deutschen Volkes edelster Schmuck bleibe, daß der Geist des Friedens die evangelische Airche immer mehr und mehr durchdringe und heilige. Er, der gnadenreiche Gott, wird unser Flehen erhören, das ist unsere Zuversicht. Er, der Allmächtige, ist der starke Hort, auf den wir bauen. „Mit unserer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren, Es streit' für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist, Er heißet IEsus Ehrist, Der HErr Zebaoth, Und ist kein anderer Gott, Das Feld muß er behalten." Nach Beendung des Gottesdienstes vollzog der Monarch in der nahegelegenen deutschen Aapelle die nachstehende Urkunde: „Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, Amen. In Jerusalem, der Stadt Gottes, da, wo unser HErr und HEiland IEsus Ehristus durch sein bitteres Leiden und Sterben und seine sieghafte Auferstehung das Werk der Erlösung vollbracht hat, auch der Airche der Reformation eine bleibende Stätte zu bereiten, war schon lange das Streben Meiner in Gott ruhenden Vorfahren, auf daß auch Deutschlands evangelische Airche da nicht fehle, wo die Ehristen aller Bekenntnisse für die Gnadenthat der Erlösung Dank opfern. Nachdem schon des Aönigs Friedrich Wilhelm IV. Majestät'- nach der heiligen Stadt die Augen gerichtet und in ihr dem evangelischen Glauben Raum zu schaffen Sorge getragen hatte, war es Meines in Gott ruhenden Herrn Großvaters, des Aaisers und Aönigs