Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 dem alexandrinischen Patriarchen Johannes Eleemon, dann aber Johannes dem Täufer geweiht wurde. Das letztere geschah, als der proventzale Gerard die Leitung der Krankenpflege übernommen hatte. Während die Pfleger bis dahin von den Benediktinern abhängig gewesen waren, machte Gerard sie zu einer selbständigen Brüderschaft, welche den Namen Johanniter erhielt. Bald kam noch eine Schwesternschaft hinzu, deren erste Vorsteherin Agnes hieß. Diese Iohanniterinnen bauten sich eigene Häuser, u. a. die Kirche. Maria, latina major. Aber das Jahr W7 setzte dem Wirken des neuen Ordens in der heiligen Stadt ein Ziel. Seine Bauten wurden größtenteils zerstört. In etlichen Überresten brachte man in späteren Jahrhunderten Irre unter. Hierauf deutet auch der noch übliche Name des Platzes hin. Wuristan heißt: Irrenhaus. \S6ty erhielt unser Kaiser Friedrich als Kronprinz das östliche Drittel des Vierecks als Geschenk des damaligen Sultans. Hier legte man am Reformationstage des Jahres den Grundstein zu einer deutsch-evangelischen Kirche, nachdem man bis dahin schon ein auf dem Platz noch übriges altes Gebäude als Kapelle benutzt hatte. Der als Erneurer der Wittenberger Schloßkirche bekannte Regierungsbaumeister Groth ließ an der Stätte der Maria latina major aus weißem Kreidekalkstein ein schönes Gotteshaus erstehen. Am 3\. Oktober M8 konnte dasselbe in Gegenwart von Kaiser WilhelmII. und zahlreichen Vertretern der evangelischen Kirche Deutschlands und anderer Länder seiner Bestimmung übergeben werden. Der deutsche Kaiser bekannte aus diesem Anlaß seinen Thristenglauben in erhebender Weise. Vor dem Altar der dem Erlöser geweihten Kirche verlas er folgende Ansprache: „Gott hat in Gnaden Uns verliehen, daß Wir in dieser, allen Thristen heiligen Stadt an einer durch ritterliche Liebesarbeit geweihten Stätte das dem Erlöser der Welt zu Ehren errichtete Gotteshaus haben weihen können. Was Weine in Gott ruhenden Vorfahren feit mehr als einem halben Jahrhundert ersehnt und als Förderer und Beschützer der hier im evangelischen Sinne gegründeten Liebeswerke erstrebt haben, das hat durch die Erbauung und Einweihung der Erläserkirche Erfüllung gefunden. Wit der werbenden Kraft dienender Liebe sollen hier die Herzen zu dem geführt werden, in dem allein das geängstigte Ulenschenherz Heil, Ruhe und Frieden findet für Zeit und Ewigkeit. U7it fürbittender Teilnahme begleitet die evangelische Ehristenheit weit über Deutschlands Grenzen hinaus unsere Feier. Die Abgesandten der evangelischen Kirchengemeinschaften und zahlreiche evangelische Glaubensgenossen aus aller Welt sind mit Uns hierher gekommen, um persönlich Zeugen zu sein der Vollendung des Glaubens- und Liebeswerkes, durch welches der Name des höchsten Herrn und Erlösers verherrlicht und der Bau des Reiches Gottes auf Erden gefördert werden soll. Jerusalem, die hochgebaute Stadt, in der unsere Füße stehen, ruft die Erinnerung wach an die gewaltige Erlösungsthat unseres HErrn und HEilandes. Sie bezeugt uns die gemeinsame Arbeit (Wahrheit), welche alle Thristen über Konfessionen und Nationen im apostolischen Glauben eint. Die welterneuernde Kraft des von hier ausgegangenen Evange-