Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels: Mr. 1, — 55. Jahrgang. — 1899. Inhalt: Unser Neujahrswunsch. — Der Muristan in Jerusalem. — Der Rirchenbesuch eines Zionisten. — (Sine Bekehrungsgeschichte aus Wien. — Zur Statistik. — Bücherbericht. — Empfangsbescheinigung.. Unser Neujahrsrvunsch. „Der HGrr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern!" Mit diesem Segenswunsch schließt der 90. Psalm, das wunderbare, in empfängliche Seelen tief eindringende Lied von Gottes Ewigkeit und der Menschen Vergänglichkeit, welches aus den Tagen Moses zu uns herüberklingt. Gott erfülle diesen Wunsch an einem jeden von uns im neuen Jahr! Wir können ja einander nichts Besseres wünschen, als daß wir in der Flucht der Zeit die Freundlichkeit und den kräftigen Beistand des unveränderlichen Gottes erfahren dürfen. Wohlberaten, treuversorgt, vom schwersten Aummer befreit, gegen die furchtbarste Anfechtung gefeit sind alle, welche ihm anhangen. Leben ist Macht; Leben aus Gott ist Übermacht. Wer Gott unterlegen ist. besitzt eine Überlegenheit gegenüber der ganzen Welt, gegenüber allen innern und äußern Feinden. Zu einer wahren Gemeinschaft mit dem majestätischen geistigen Wesen, mit unserm Schöpfer und Gebieter kommt es aber nur dann, wenn wir sie mit den von Gott selbst dargebotenen Mitteln suchen, wenn wir insonderheit als Mittel die Hand des Mittlers ergreifen, der gemäß der Hoffnung Israels zur Zeit des zweiten Tempels im heiligen Lande auftrat. IGsus führt uns zu dem Gott, der die heilige Liebe ist. ILfus, der zweite Mose, -verhilft uns dazu, daß wir den Anfang jenes Moseliedes mit voller Überzeugung beten können: „HGrr Gott, Du bist unsere Zuflucht für und für." Wer sich IGsu zu eigen giebt, hat die Gewißheit, daß nun auch der lebendige, persönliche Gott selbst in die innigste und -seligste Verbindung mit ihm eintritt. Der Muristan in Jerusalem ist ein im Innern der heiligen Stadt unweit der Grabeskirche liegender viereckiger Platz von \55 m Länge und ^37 in Breite. Aarl der Große baute hier eine Pilgerherberge und eine Airche, welche Maria latiua genannt wurde. Später sanken diese Gebäude in Trümmer, aber reiche Aaufleute aus Amalfi in Italien bauten sie wieder auf. Auch errichtete man hier jetzt ein Arankenhaus, welches anfangs