Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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8H obwohl ihn manche Juden deswegen verlachen. Lin ehemaliger Insasse des Missionshospitals zu Jerusalem bekannte öffentlich unter Thränen der Rührung, daß er dort das Christentum als eine Religion der Liebe kennen gelernt habe und daß er Gott, dessen Rinder jene Christen in Jerusalem seien, täglich um Erleuchtung anrufe. Daß das N. T. ihn zum Lichte gebracht hatte, gab ein marokkanischer Jude mit folgendem Ausspruch zu erkennen: „Linst befand ich mich im Dunkeln, aber jetzt fehe ich ein beständiges Licht in meiner Bibel." Lin anderer las seit dem Tode seines einzigen Lohnes das N. T. regelmäßig und sagte von diesem Buch: „Ls ist das einzige, was mich tröstet." Lr fügte hinzu: „Ich muß ein Christ sein, ohne es zu wissen, denn ich glaube alles, was dort gesagt wird." In Holland erfolgte der Übertritt eines Juden, welchen das Lesen der von seinem Vater einem Rolporteur abgekauften Bibel bekehrt hatte. Auch sonst sahen sich manche Israeliten durch die heilige Lchrift genötigt, um die Taufe zu bitten. Welche Lchwierigkeiten hierbei manchmal zu überwinden find, lehrt z. B. eine Mitteilung aus London. Line an den HLiland gläubig gewordene junge Dame zeigte ihrer Familie an, daß sie eine Christin werden wolle, und erregte hierdurch überaus großen Rümmer. Man durchsuchte ihre Lachen und vernichtete alle christlichen Bücher. Nur die Bibel, die unentdeckt geblieben war, entging diesem Lose. Das junge Mädchen bat ihre christliche Freundin: „Beten Lie für mich, daß Gott mich tüchtig mache, in der Wahrheit zu beharren!" Lin Taufbewerber in Bristol wurde von feiner Frau verlassen und verleumdet, so daß er seine Wohnung aufgeben mußte. Lin in hüll getauftes russisch-jüdisches Ehepaar hatte nach der Rückkehr in seine Heimat allerlei Verfolgung um seines christlichen Glaubens willen zu erdulden. Auch das ablehnende Verhalten nahm verschiedene Formen an. Von den süddeutschen Juden schreibt Miss. Flad: „Je mehr ihr Geschäft blüht, desto gleichgültiger werden sie gegen das eine Notwendige." Das gilt außerdem noch von manchen andern. Lolche Leute lassen sich wohl einmal in ein Religionsgespräch ziehen, haben aber kein Verlangen nach der Wahrheit, hr. R. in Rönigsberg singt manchmal christliche Lieder, die er in Amerika gehört hat, z. B. „Komm zu ILsu, er will jetzt dich retten," aber er selbst bleibt dem heile fern. In Rom kann man an den Wänden jüdischer Häuser Bilder des Gekreuzigten sehen, aber die vornehmen Bewohner meinen eines Erlösers nicht zu bedürfen, hie und da wurde der Zionismus als eine Hemmung der Missionsarbeit empfunden, sofern er den antichristlichen Ltolz und haß Israels steigert. Diesen Ltolz und haß offenbart eine Erzählung des verstorbenen Rolporteurs j)aulo in Lmyrna. Als er in einem Raffeehause jüdischen Besuchern seine Bücher vorlegte, wollte keiner sie kaufen. Liner der Männer fragte ihn: „Welchen Nutzen wird mir das Lesen Ihrer Bücher verschaffen? Werde ich davon auch nur den geringsten Nutzen haben?" j)aulo antwortete: „Es wird für 5ie vom allergrößten Nutzen fein, wenn 5ie diese heiligen Lchriften lesen." Nun fragte ein anderer, worin denn der Nutzen bestehe, und erhielt folgende Antwort: „Der