Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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83 „Mein Reichtum genügt mir nicht. Ich sehne mich nach Frieden." Er meinte dies schmerzlich vermißte Gut nur erlangen zu können, wenn er sich täglich, ja, stündlich kasteie. Als ihm gezeigt wurde, daß nicht Selbstpeinigung, sondern nur Gottes Gnade zu Frieden und ewigem Leben führe, freute er sich dieser Botschaft ungemein. Aber auch das ließ er sich sagen, daß uns Gottes Gnade nur durch das Versöhnungsblut Jesu, des verheißenen Messias, mitgeteilt wird. Rumänische Juden bezeugten vor einem Angestellten der Missionsgesellschaft ihre Dankbarkeit für die Verbreitung billiger Ausgaben des A. T. Einer bemerkte, Gott werde für die Israel bewiesene große Wohlthat die Wohlthäter gewiß segnen. Ähnlich äußerten sich afrikanische Israeliten. Im Bastilleviertel von Paris bot sich dem christlichen Besucher in jüdischen Däusern namentlich abends oft ein erfreulicher Anblick dar. Ganze Familien waren um ein N. T. versammelt. Der Hausvater las es den Seinen vor. Oft mußte dann der Gast das Gelesene erklären. Ein gebildeter Jude in Hamburg sagte: „Ich fühle mich weit mehr zum Lhristentum als zum Judentum hingezogen. Wenn ich in die Airche gehe, vermag ich den Geistlichen zu verstehen und mich am Gebet und Gesang zu beteiligen. Aber in der Synagoge versteht man fast nichts. Wenn ich etwas hören will, was mir gut Lhut, so gehe ich in die Airche, nicht in die Synagoge." Aus Aönigsberg wird von einem Mann berichtet, der den vom N. T. und von andern christlichen Schriften erhaltenen Eindruck so wiedergab: „Ich weiß nicht, warum die Juden Iesum nicht als ihren Messias angenommen haben. Nach dem Talmud sollte der Messias für unsere Sünden leiden." Ein aus Rußland gekommener Aranker vergoß Freudenthränen, als er einen Ehristen vor sich sah, der die Juden liebte und mit ihm über den Messias redete. Nach einem Missionsgottesdienst in einer Stadt des Aönigsberger Bezirks sagten die zahlreichen jüdischen Teilnehmer: „Die Worte des Missionars haben uns sehr gefreut. Wäre er nicht ein Ehrist, so würden wir ihn zu unserm Rabbiner wählen." Eine Jüdin in Brighton erhielt den ersten Anstoß zu einer religiösen Bewegung von Ies. j[, (8. Diesen Spruch überreichte ihr eine christliche Dame zugleich mit einem Blumenstrauß. Jetzt ist sie glücklich darüber, in Jesu ihren Heiland gefunden zu haben. Auch ihre beiden Ainder lieben Iesum von ganzem Herzen und suchen ihn immer besser kennen zu lernen. In Liverpool arbeitet eine zwar noch nicht getaufte, aber christgläubige reiche Jüdin freiwillig mit in der ärztlichen Mission. Aus Rumänien schrieb ein junger Mann an den jetzt in Smyrna wirkenden Missionar Mühlenbruch, er habe wie die Apostel Iakobus und Johannes seinen Vater verlassen, um Jesu nachzufolgen. „Gott gebe, daß ich ein ebenso treuer Nachfolger werde wie siel" Ein Greis sandte demselben Missionar ein von ihm verfaßtes Gedicht über Ies. 9, 5, welches seinen Glauben an den Erlöser bekundet. Der alte Mann ist dessen gewiß, daß er beim Sterben zu Jesu, seinem Heiland, kommen und durch,, ihn einen Platz im Himmelreich erhalten wird. Er tritt mit seiner Überzeugung bei jeder Gelegenheit hervor,