Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 11 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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82 von Augustus angeordneten Steuerschätzung bewiesen es dem ganzen Volk, daß Israel aufgehört habe, das Volk Gottes zu sein. Ls war ein Volk des Eäsar geworden. Was war da noch zu hoffen? Die Ubriggebliebenen von den Nachkommen Davids waren gänzlich verarmt und machtlos. Man dachte nicht mehr an sie, schienen sie doch für die Gläubigen selbst ihre Bedeutung verloren zu haben. Aber da gerade erwählte Gott der Herr eine Jungfrau, die Verlobte eines armen Zimmermanns zu Nazareth, der aus dem Haufe Davids stammte, daß sie nicht durch eines Mannes Araft, sondern durch die Araft des heiligen Geistes, noch ehe sie mit ihrem Verlobten in die eheliche Gemeinschaft getreten war, seinen eingeborenen Sohn empfangen sollte (Mt. \, \8—25; Luk 26—38). Durch die scheinbare Vernichtung der Verheißung hindurch erfüllte Gott sie gerade. Er schenkte dem Joseph in seine Ehe hinein und damit dem Hause Davids seinen Sohn, den wahren Aönig Israels. himmlische Heerscharen verkündigten des Nachts die Geburt des Heilands. Weise Heiden kamen aus dem Morgenlande, von seinem Stern angezogen, um ihm zu huldigen. Der Mund von Propheten that sich auf, um das Aind als den Heiland zu preisen, aber auch ihm sein Geschick vorherzusagen. Und wie einst Jakob vor Esau floh in ein fernes Land, wie Joseph vor seinen Brüdern eine Zuflucht in Egypten fand, wie David' vor Saul bei den Philistern: so mußte auch der kaum geborene Heiland vor den Mordplänen des herodes nach Egypten fliehen. Der Strahl der Märtyrerkrone, mit welcher er seine Herrschaft auf Erden sich erwerben sollte, leuchtete schon frühe um das Aind. Ja, er trug von Anfang an noch viel mehr als feine oben genannten Vorgänger das Zeichen eines solchen, der ein Herr sein sollte in Israel, der nach der Schrift nicht in dem königlichen Hause zu Jerusalem, sondern in Bethlehem geborene Sprößling aus dem abgehauenen Stamme Davids. <L B. Aus dem 90. Jahresbericht der £ J--M. Die Zahl der Missionsstationen stieg M7 auf 4$, die der Missionsarbeiter auf 2J0. Im Unterricht der Missionare standen z. B. in London J07, in Paris 99 Israeliten. Getauft wurden in Warschau 29, in Jerusalem \3, in London und Abessinien je in Bristol 8, in Teheran 5, in Lemberg 3, in Amsterdam, Aonstantinopel und Tunis je \ Glied der Synagoge. Das J89^ eröffnete Arbeiterheim in London wurde geschloffen. Die ärztliche Mission erhielt eine weitere Ausdehnung. Bei der Schriftenverbreitung zeichneten sich wieder Rumänien und Marokko aus. hier betrug der Erlös 703/4, bezw. HH.2/5 £, Im einzelnen begegneten den Missionaren auch diesmal Empfänglichkeit und Unempfänglichkeit in mancherlei Abstufungen. Ein alter Israelit in London äußerte: „Ich möchte mein Leben hingeben, um die Wahrheit zu erkennen. Gott weiß, daß ich ihn oft anflehe, er wolle mich lehren, was die Wahrheit ist." Ein 83jähriger vermöglicher Mann in einer galizischen Stadt erklärte: