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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 10 (1898) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
10 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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76 Kinder,:, imferm verehrten Komitee und allen unfern Freunden sende ich ineinen Gruß. Meine Frau und Kinder sind wohl uub grüßen Sie. solches schreibt Ihnen Ihr Sohn im fernen Mohrenland, der in der Liebe des Glaubens sich nach Ihnen sehnt. Geschrieben in Debre Tabor den \5. Februar M8. Debtera Hiob Negusie. Verstoßen und angenommen. Eine achtzigjährige russische Jüdin kam nach Dublin, um bei ihren hier lebenden Kindern ihre letzte Lebenszeit zuzubringen. Sie wurde aber in ihren Erwartungen bitter getäuscht. Von den Kindern als ein ungebetener Gast angesehen, mußte sie sich bei Freniden einmieten. Bald darauf traf sie ein Unfall, der sie ans Bett fesselte. Niemand bekümmerte sich um die Greisin, bis Gottes Gnade den in Dublin wirkenden Missionar horowitz an ihr Lager führte. Dieser nahm sich der armen Verlassenen an, brachte ihr Erfrischungen und -redete mit ihr von der Liebe Gottes, die uns versorgt, wenn uns auch die ganze Melt verläßt. Auf seine Frage: „Sind Sie bereit, Ihrem Schöpfer zu begegnen?" konnte sie nicht mit einem freudigen Ja, sondern nur mit angstvollen Blicken, die den Missionar tief bewegten, antworten. Da verkündigte er ihr die frohe Botschaft von dem großen göttlichen Wirten, der die schwache Hand halten und uns sicher durchs dunkle Thal in den Friedenshafen führen kann. Er rief ihr zu: „Sie brauchen sich vor dem Tode nicht zu fürchten, denn der Messias, der Sohn Davids, starb als ein Opfer für Ihre Sünden wie für die Sünden von ganz Israel." Mit schwacher Stimme fragte die alte Jüdin: „Der Messias ein Opfer? Ein Opfer für mich?" „Ja," erwiderte der Ehrist. „Er erschien vor der Zerstörung des Tempels und wurde als das Lamm Gottes auf Golgatha geopfert für Sie und mich und ganz Israel." Lange sah die Kranke ihren Besucher forschend an, als wollte sie auf dem Grunde seiner Seele lesen. Dann erleuchtete himmlische Freude ihr blasses Antlitz, und leise sprach sie vor sich hin: „IEsus, der Messias, der Sohn Davids! Gelobt sei sein Name!" Offenbar arbeitete der heilige Geist an ihrem Herzen. Als horowitz sich anschickte fortzugehen, berührte sie seine Hand, schaute ihn bittend an und sagte: „Mollen Sie mich so bald verlassen, ineine Krone, mein Juwel?" Er sagte: „Ich werde Ihnen nur einen Arzt besorgen und bald wiederkommen." Bei seinem nächsten Besuch fragte er sie abermals, ob sie sich vor dem Tode fürchte. Jetzt antwortete sie: „Warum sollte ich? Mar nicht der Messias, der Sohn Davids, gelobt sei sein Name, ein Opfer für mich?" Sie hatte das heil ergriffen, um es nie wieder zu verlieren. Ihr Glaube wuchs zusehends, wie der Missionar bei seinen wiederholten Besuchen beobachten konnte. Als er sie zuletzt fragte, ob sie ihren Glauben an den Messias mit der Taufe zu besiegeln wünsche, erwiderte sie: „Das wünsche ich von ganzem Herzen." So wurde sie denn in den neuen Bund ausgenommen, wobei sie die Taufformel mit einem lauten Amen

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