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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 10 (1898) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
10 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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75 Leider kann der Mann nicht lese». Wir redeten viel mit ihm und ermahnten seine^Lrau, bei ihm zu bleiben und darauf bedacht zu sein, daß der Mann durch ihren christlichen Wandel für den HEiland gewonnen werde. Der Frau sagte ich noch IEsu Worte Mark. 9, 23: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubet." Da ich vernommen hatte, daß in Dara Falaschas wohnen, reiste ich mit meinem Sohne dahin, um ihnen das Wort Gottes zu verkündigen, damit sie das in Ehristo erschienene Helle Licht sehen lernten. In Tabübüri fanden wir viele proselyten. Es war gerade eine-- Hochzeit. Wir blieben da und hatten viele Gelegenheit das Evangelium zu verkündigen. Es waren auch Falaschas anwesend. Mit diesen hatte ich am zweiten Tage der Hochzeit eine lange Unterredung. Sie luden mich^ein, sie in ihrem Dorfe zu besuchen. Nachdem ich % Tage bei den Gläubigen verbracht hatte, reiste ich nach Sadschor, dem Dorf der Falaschas. Etliche proselyten begleiteten mich. Die Falaschas nahmen uns freundlich auf. Am ersten Tag, welcher der Rüsttag auf einen Festtag war, fand ich keine Zuhörer. Die Leute hatten keine Zeit. Um so mehr aber sammelten sich am folgenden Festtage Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen um mich, um zu hören, was ich ihnen zu sagen hatte. Vom Morgen bis zum Mittag und dann von ^—6 Uhr las mein Lohn eine messianifche Weissagung nach der andern aus der amharischen Bibel, und ich erklärte das Gelesene. Es war ein herrlicher, reich gesegneter Tag. Sie verlangten Bücher, welche ich ihnen gab. Sie versprachen, weiter zu forschen, und baten mich, sie später wieder zu besuchen. Von dort gingen wir nach Tabübüri zurück, wo wir zur Stärkung des Glaubens noch etliche Tage bei unfern Proselyten verweilten und Bibel- und Gebetsstunden mit ihnen hatten. Nach ^tägiger Abwesenheit kam ich wieder gesund zurück zu den Meinen. Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiß nicht, was Er dir Gutes gethan hat. Leider richtet die Viehseuche in unserem Lande große Verheerungen an. Aühe, Ochsen, Pferde und Esel sterben in Menge. Auch uns hat die Seuche schon hart betroffen. Die Mehrzahl unserer Aühe, die für uns und unsere Ainder Milch und Butter gaben, ist bereits der Seuche zum Opfer gefallen. Eine neue Teuerung steht vor uns. Die Äcker konnten in Ermanglung von Ochsen nicht eingesät werden, und so hat man wenig Aussicht auf die Ernte. Die Preise der Nahrungsmittel sind bereits um das vierfache gestiegen. » Nun haben wir, Ihre Ainder, die gemeinsame Bitte an unfern Vater und durch ihn an das verehrte Aomitee, unser zu gedenken und für uns zu beten, daß Gott uns Araft gebe und eine offene Thüre schenke, Seinen Namen unsern ungläubigen Brüdern zu predigen. Sie leben in der Nähe Gottes und werden erhört, wenn Sie um etwas bitten. Wir Mohren sind weit weg von Gott, sind außen und innen schwarz. Aber Gott sei Dank, wir wiffen's nicht nur, sondern wir haben es erfahren: Das Blut IEsu Ehristi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von allen Sünden. Ihrer Frau, unserer Mutter, Ihren

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