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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 10 (1898) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
10 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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sie als Gaste in unsere Däuser auf, und sie blieben etliche Tage bei uns. Wir unterrichteten sie in der Bibel und erklärten ihnen die messianischen Weissagungen im A. T. Sie hörten aufmerksam zu. Nachdem wir sie etliche Tage unterrichtet hatten, sagten sie: „Euer Wort ist uns ins Herz gedrungen. Wir sind überzeugt, daß Ihr den richtigen Weg zum Fimmel lehrt. Aommt in unser Dorf und überzeugt unsere Priester, dann wollen wir alle zusammen Lhristurn bekennen und uns taufen lassen." Wir sagten ihnen: „Nicht nur Eure Priester, sondern jeder von Luch muß Gott Rechenschaft geben. Jeder einzelne unter Tuch muß das f}eil in Jesu ergreifen und durch den Glauben an Ihn ein Aind Gottes werden. Sonst geht es Euch wie den Juden, die zu IEfu Zeit lebten, von denen wir Ioh. \\ lesen: Er (IEsus, der Sohn Gottes, der verheißene Messias,) kam in Sein ^Eigentum, aber die Seinen nahmen Ihn nicht auf. Die herrliche Verheißung Ier. 5\, 3\—36 ist jetzt erfüllt: warum wollt Ihr nicht glauben? Euer Falaschaglaube giebt Euch keine Vergebung, keinen Frieden, keinen Anteil am ewigen Leben." Als sie uns verließen, sagten sie: „Wir sind für alles, was wir gehört haben, dankbar. Wir wollen alles in unfern Herzen verarbeiten und später wieder kommen." Nach Tagen kamen sie wieder, und während 3 Stunden sagten wir ihnen das Wort von unserm HEiland noch deutlicher und eindringlicher. Sie schieden von uns in Frieden, versprachen weiter zu forschen und sagten, sie seien nicht abgeneigt, sich später taufen zu lassen. Wir versahen sie mit Traktaten und Büchern. Es sind Männer, denen die Frage: „Was muß ich thun, daß ich selig werde?" Herzenssache ist. Besonders einer von den dreien machte auf uns den Eindruck eines Gott und sein Seelenheil aufrichtig suchenden Mannes. Ein anderer Falascha aus Tata bei Gondar besuchte uns. Wir hatten ihm auf unserer letzten Missionsreise eine Bibel und Traktate gegeben. Nun klagte er, der Falaschapriester habe den Bann über ihn ausgesprochen, wofern er das Lesen in der Bibel und unsern Büchern nicht unterlasse. „Was soll ich thun?" war seine Frage. Wir zeigten ihm Matth. \0, 28: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten" u. s. w. Er war etliche Tage mein Gast, und ich benützte jede Stunde, um ihn in die heilige Schrift einzuführen und ihm den heilsplan Gottes mit uns armen Sündern verständlich zu machen. Einen Falascha zu überzeugen, daß er die Hölle verdient hat und nur allein durch die Gnade IEsu Ehrifli gerettet werden kann, ist eine schwere Aufgabe. Da muß der Geist Gottes die Hauptarbeit im Herzen verrichten, die Decke Moses wegnehmen. Er verließ uns freudig und gestärkt und versprach, wenn wir nach Dembea übersiedeln, wolle er mit seiner Familie in der Nähe Wohnung nehmen und sich auf die Taufe vorbereiten lassen. Gott wird sorgen, daß er den Stachel, den er ins Herz bekommen hat, nicht verliert. Ein anderer Falascha mit seiner Frau besuchte uns. Wir sollten ihren Ehestreit schlichten. Die Frau kam durch den Umgang mit etlichen proselytenfrauen zum Glauben an den HEiland. Sie wollte Lhristin werden, aber ihr Mann gab seine Einwilligung nicht dazu.

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