Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 9 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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68 daß er sich an einen Dienstmann, der in seiner Nähe stand, mit den Worten wandte: „Wollen Sie sehen, daß es einen Gott giebt, so sehen Sie sich diesen Menschen an!" Und Gottes Finger zeigt sich wie im Einzelleben, so auch im Leben der Völker. Gott ist es, der jedem Volk die Wohnsitze anweist, die seiner Begabung und Berufung entsprechen. Wie bedeutsam in dieser Einsicht z. B. die Verbindung Israels mit Palästina war, erkannte auch der Geograph Ritter. Gott ist es, der im Kriege die Liege verleiht. Das hat Friedrich der Große nach dem Huberlusburger Frieden i. I. ][763, das hat noch lauter Wilhelm der Große bei und nach den glänzenden Erfolgen der Jahre J870 und 7\ ausgesprochen. Desgleichen prägt sich diese Erkenntnis in der Äußerung eines zu Christo bekehrten japanischen Offiziers aus, der im Mai J895 aus China an einen christlichen Missionar schrieb: „Ich glaube, daß Gottes Vorsehung diesen Krieg hat kommen lassen, durch welchen ostasiatische Völker veranlaßt werden, ihre alte Civilisation fahren zu lassen und die neue zu suchen, die von oben stammt. Ich glaube fest an die göttliche ZTEiffion Japans." Wie demütig hat sich ferner der größte Staatskünstler der Neuzeit, unser jüngst dahingeschiedener Fürst Bismarck, wieder und wieder als ein Werkzeug in der Hand des Allmächtigen bezeichnet! Die herrlichste That der göttlichen Vorsehung ist die der ganzen Menschheit zuteil gewordene Sendung des Sohnes Gottes. In der Mitte der Zeiten steht IEsus Christus da als der Wiederhersteller unseres entarteten Geschlechts, beglaubigt von Wundern, die an ihm, und von Wundern, die von ihm geschahen, und die keine Kritik hinwegschaffen kann, hiermit überschreiten wir die Brücke, die uns zu den biblischen Beweisen für das Dasein Gottes führt. 2. Die Bibel bestätigt und ergänzt die bisher besprochenen Aussagen der Philosophie. Sie giebt namentlich auf dem Wege geschichtlicher Darstellung unserm Gottesglauben die sichersten und festesten Grundlagen. Wohl allen, die sich von dem heiligen Buche unterrichten lassen und sich seiner Autorität, der höchsten in Sachen der Religion, mit Pietät unterwerfenI „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde," das ist die erste Antwort, welche der nach den Ursachen aller Dinge fragende Mensch von der Bibel erhält. Bald darauf sagt sie ihm, daß er selbst in einem besonders nahen Verhältnis zu Gott steht: daß er Gottes Bild an sich trägt. Aus ihren weiteren Nachrichten geht hervor, daß Gott die ersten Menschen und ihre Nachkommen zu Gegenständen seiner besonderen Erziehung und Fürsorge gemacht, daß er sie seinen heiligen Zorn, aber auch seine heilende Gnade hat erfahren lassen. Die Bibel gewährt uns einen Einblick in einen Erlösungsplan Gottes, welcher den ganzen Leib der Menschheit umfaßt, dessen Ausführung aber bei einem einzelnen Glieds, bei Israel, beginnen soll. Sie erzählt uns in ihrem zweiten hauptteil, daß das Erlösungswerk bei diesem in eigentümlicher Weise zubereiteten Volk thatsächlich begonnen hat. Inmitten Israels ist zu der im voraus angegebenen Zeit der Erlöser erschienen: Jesus, der Gottmensch, der zweite Adam, der den ersten an Würde und Einfluß überragt. Er, der vom Vater ist und den