Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 8 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555022-2555030--09833-2566029- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
62 Fürsten bei Lutheranern auf den heftigsten Widerstand. Auch in einer pommerschen lutherischen Gemeinde wollte man von einer Union zwischen Lutheranern und Reformierten nichts wissen. Lines Tages erschienen mehrere Männer vor dem Pfarrer und erklärten ihm: „Die Staatskirche ist jetzt ein Babel geworden. Wir können ihr nicht länger angehören, sondern wollen austreten und eine neue Gemeinde gründen." Der Pastor erwiderte: „Line solche Sache muß ernstlich erwogen werden, hierzu werde ich Luch gerne helfen." Lr holte nun ein Buch herbei, in welchem der Titel fehlte, und fuhr fort: „Nehmt dies Buch mit nach Haufe und lest es aufmerksam! Dann kommt wieder, damit wir die Sache weiter mit einander besprechen!" Die mit der Union Unzufriedenen gingen auf diesen Vorschlag ein. Nach mehreren Tagen kehrten sie wieder. Das ihnen übergebene, in Fragen und Antworten abgefaßte Buch hatte ihre volle Zustimmung gefunden. Gerne wollten sie es als Bekenntnisschrift für die neu zu gründende Gemeinde verwenden. Der Pfarrer lächelte, als er das Lob jenes titellofen Buches aus dem Munde der Unionsfeinde vernahm. Lr fragte: ,,Wißt Ihr, was für ein Buch das ist? Das ist der Heidelberger Aatechismus, der Äatechismus der Reformierten, mit denen Ihr durchaus nichts zu schaffen haben wollt." Dies reizende Geschichtchen, welches ich von einem pommerschen Freunde erzählen hörte, erinnerte mich an ähnliche Fälle, in denen eine streng sachliche Prüfung vorgefaßte, irrige Meinungen berichtigte. Wie manchem Israeliten ging es so mit der christlichen Religion! Die Vorurteile, in denen er aufgewachsen war, und die leider von vielen Namenschristen eine Rechtfertigung zu erfahren schienen, schwanden, sobald er das echte, biblische Lhristentum kennen lernte. Vielleicht half hierzu eines Neues Testament, dem das Titelblatt fehlte (vgl. „Timotheus" (898 Nr. (). Nehmt die heiligen Urkunden unseres Glaubens zur Hand, Ihr Ainder Jakobs, und forschet in ihnen mit unbefangenem 5inn! Das ist der Weg, auf dem Ihr von Wahnvorstellungen betreffs der christlichen Religion zu gerechter Würdigung derselben hinübergeführt werden könnt. KKstts und das Akte Testament. Habt ihr nicht schon bemerkt,.daß gerade unter die Dinge, die den meisten Widerspruch erfahren, Lhristus fein Siegel gesetzt hat? Lr glaubte an die Geschichte Noahs und brachte sie mit seinem wiederkommen in Verbindung. Lr mahnte: ,.Gedenket an Lots Weib!" Lr glaubte an die eherne Schlange und brachte sie in Verbindung mit seinem Kreuz. Lr sprach: „Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste. Ich bin das lebendige Brot." Lr lehrte: „Ls waren viele Witwen zu Llias Zeiten, aber Llia wurde nur bei deren einer erhalten." Bei Matthäus lesen wir zweimal, daß das Volk von JLsu ein Zeichen forderte und er sagte: „Es wird ihnen kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona." Lr brachte dies in Verbindung mit seiner Auferstehung, und ich glaube, daß wir das eine nicht ohne das andere verwerfen können. Lr war der auferstandene Jona, der durch die Straßen Ninives ging. (Nach D. L. Moody.) Zn Nytt. 1, 23. Am 3. Dezrmber starb in Keta Mathilde pamo, eine junge Lvhechristin, die Gattin eines eingeborenen Lehrers, vor ihrem Lude sagte sie zu einer pstegerin: „Man hat mir einen Platz bereitet. Ist Dir auch einer bereitet?" An einen ihrer Brüder richtete sie folgende Worte: „Der HLrr hat mir etwas Großes gethan. Lr