Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 7 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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55 Haus und grub auch im Keller nach in der Hoffnung, irgendwo Gold oder Silber zu finden. Aber solche Schätze waren nirgends zu entdecken. Inzwischen nisteten sich die schwarzen vögelndes Unfriedens in seinem Hause immer fester ein. Da begrüßte ihn einst, als er mißmutig vom Felde zurückkehrte, seine Frau mit den Worten: „Jetzt weiß ich, was der Fremde meinte. Der Schatz ist unsere Bibel. In ihr steht von treuer Muttcrhand geschrieben der Spruch: Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viele tausend Stück Gold oder Silber." Fortan las sie ihrem Manne täglich aus der heiligen Schrift vor, und der verheißene Segen blieb nicht aus. Zu 1. Kor. 13. vor mehreren Jahren kam ein großer Trupp armer russischer Juden in London an. Dieselben begaben sich zuerst in eine der Synagogen, die im östlichen Teil dieser Stadt liegen, um bei ihren Glaubensgenossen Hilfe zu suchen. Aber diese waren allein nicht imstande, ihr Elend zu lindern. Der Synagogenvorsteher wandte sich daher an den anglikanischen Prediger Sanders mit der Anfrage, ob er an der Versorgung der Fremdlinge teilnehmen könne. Sanders und seine Freunde waren alsbald bereit, die hungrigen zu speisen und den Leuten auch andere Liebesdienste zu erzeigen, bis die jüdische Unterstützungsgesellschaft die Sache übernahm. Um sich hierfür dankbar zu erweisen, lud jener Vorsteher den christlichen Prediger und einen Gehilfen desselben ein, bei einem Gottesdienst in seiner Synagoge ein beliebiges Kapitel aus dein Alten oder Neuen Testament vorzulesen. Die beiden Christen waren der^Ansicht, daßF^. Kor. \3 mehr als jedes andere Kapitel bei dieser Gemeinde Eingang finden werde. So kam es, daß Sanders eines Tages in einem jüdischen Gottesdienst den Besuchern desselben mitteilen durfte, was der Apostel Paulus über die größte christliche Tugend sagt, vielleicht hat die That- und wortpredigt von der christlichen Liebe wenigstens einzelne Zuhörer für den Glauben, welcher die (Quelle dieser Liebe ist, empfänglich gemacht. Aas goldene Kalv bei Juden und Christen. Ein Waldenserprediger in Italien reiste neulich mit einem römisch-katholischen Priester zusammen. Um mit diesem in ein Gespräch zu kommen, fragte er ihn: „traben Sie auch von der Bewegung unter den Juden gehört, welche Palästina durch Kauf erwerben wollen?" Der Priester antwortete: „Ja, ich habe davon gehört. Aber die Sache ist nur eine Spekulation. Die Juden glauben ja überhaupt nichts mehr." „viele haben leider allen Glauben verloren," sagte der Waldenser, „aber manche sind ihm auch treu geblieben." Da fragte der Priester: „Haben Sie nicht in der Synagoge von Florenz den Vorhang gesehen, der geheimnisvoll etwas verbirgt?" Ehe der andere erwidern konnte, daß hinter dem Vorhang Pergamenrrollen der heiligen Schrift, Gesetz und Propheten, aufbewahrt werden, fuhr er fort: „Dort haben sie ein goldenes Kalb versteckt. Dies Kalb ist der Gott der Juden. Ihr Gottesdienst Z besteht in der Anbetung des Kalbes." vergebens suchte der Waldenser dem Priester seine thörichte Meinung auszureden. — In anderm Sinne ist freilich ein goldenes Kalb der Gott vieler Juden. Aber auch zahlreiche Nichtjuden knieen vor einem solchen, wenn Lhristen ihm huldigen, so ist dies besonders beschämend. Anbeter eines goldenen Kalbes sind alle, welche kein höheres Gut kennen und erstreben als irdischen Reichtum, hinweg mit diesem Götzendienst! Er werde mit Stumpf und Stiel ausgerottet! Gott allein gebührt unsere Anbetung: dem Gott Moses und der Propheten, dem Gott, der in JEsn, seinem eingeborenen Sohne, leibhaftig auf^Erden erschienen ist, um uns die Gottesgenleinschaft als das höchste von allen Gütern und den Lhristusglauben als das Mittel zur Erreichung des größten Glückes, welches einenr Menschen beschieden sein kann, zu zeigen. Zur Ergänzung der Ausführungen über das Hewiffen in ZIr. 5 sei erwähnt, was die „Bert. Missionsberichte" von *898 (5. 42) von den vakarangas im Maschonalaud erzählen. Diese Südafrikaner haben kein eigenes Wort fürs Gewissen, sagen aber ganz richtig: „Die Brust spricht, das Herz redet". Die innere