Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 7 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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5t Vas 90. Iahresfest -er L. I-M. Beim Eröffnungsgottesdienst am 5. Mai predigte der Bischof von Bristol. Am folgenden Tage hielt der Missionsinspektor Dr. Thaplin die Ansprache bei der ersten Versammlung. Bei der zweiten erstattete der Sekretär wie alljährlich einen kurzen Jahresbericht, demzufolge 388^ £ eingingen, aber 8852 Lungedeckt blieben. Der Präsident, Sir I. Aennaway, hob hervor, daß die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Israels für jeden denkenden Menschen von größtem Interesse sei. Als Missionsleute suchen wir Israel das Evangelium als das einzige Mittel zur Verwirklichung seiner Hoffnungen zu bringen. Diese Arbeit wird von Gott geehrt und gesegnet, wenn sie auch vor Menschenaugen nicht viele Ergebnisse aufweisen kann. s89? stellte die Gesellschaft \7 neue Arbeiter an. Der folgende Redner, ebenfalls ein Baronet, Sir R. Temple, sprach sehr anerkennend von den jüdischen Offizieren, die er beim Militär kennen gelernt hatte. Auch lobte er die sozialen Ordnungen des Judentums. Aus seinen reichen Erfahrungen heraus ermahnte er die Mitglieder der Gesellschaft, ihre Aufgabe weiter zu verfolgen oder wenigstens den Juden als Ehristen ein gutes Beispiel zu geben. Prediger Sherman, ein Aind der Gesellschaft, früher auch ihr Missionar, verglich die Zählung der Getauften, welche vielen als Maßstab bei der Beurteilung der Misstonsarbeit dient, mit der Zählung Israels durch David. Als er in seiner Jugend mit dem N. T. bekannt wurde, mußte er dies Buch vor seinem Vater verstecken. Nun hörte dieser ihn einmal im Schlaf sprechen und erkannte hieraus, daß der Sohn einen Missionar besucht hatte. Der Vater suchte infolgedessen das versteckte N. T. Als er es gefunden hatte, zerriß und verbrannte er es. heutzutage dagegen gefchieht es, daß predigten von Rabbinern Morte aus dem N. T. enthalten. Im Zusammenhang hiermit äußerte sich Sherman über Predigten der Oberrabbiner erster und Adler, in welchen die messianischen Weissagungen, bez.?. Jes. 53 behandelt wurden. hierauf ergriff pred. Allen das Mort. Der Bezirk von London, in welchem er das Pfarramt bekleidet, Spitalfields, wird von einer großen und immer noch wachsenden Anzahl Israeliten bewohnt. Das Verhältnis der israelitischen Bevölkerung zur christlichen (3/ö : 2/0 bringt es mit sich, daß der Antisemitismus hier ebenso zu Hause ist, wie in fremden Ländern, obwohl er nicht in demselben Grade an die Öffentlichkeit tritt. Daher thut es not, die Ehristen darau zu erinnern, daß wir von Gott eine Aufgabe bezüglich der Juden empfangen haben, daß der HEiland ein Jude war, daß wir die Bibel den Juden verdanken. Den Juden selbst muß man zeigen, daß man sich nicht um äußerer Gründe, fondern um JEsu willen um sie bekümmert. Oft gelingt es, ihr Mißtrauen zu besiegen. Der endliche Sieg im heiligen Ariege ist gewiß. Aus der Ansprache, welche dann der Missionsarzt Dr. d' Erf )Vheeler hielt, sei angeführt, daß in den Jahren j860 — Y5 der jährliche Regenfall in Jerusalem von 22 auf 3P/4 Zoll gestiegen ist. Diefe Thatsache bedeutet eine Steigerung der Fruchtbarkeit Palästinas. Die