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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 7 (1898) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
7 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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50 kann außerordentlich tüchtig sein und wird doch bei den Aranken vergebens aus- und eingehen, wenn diese so thöricht sind, die von ihn: vorgeschriebenen wirkungskräftigen Arzeneien nicht zu gebrauchen. Wir hätten auf Erden einen Vorschmack der himmlischen Seligkeit, wenn die Menschen die Ratschläge ILsu Thristi, des göttlichen Leelenarztes, befolgen würden. Weil es am demütigen Gehorsam gegen das Evangelium fehlt, ist der allgemeine Völkerfriede noch nicht da und gehen auch so viele einzelne friedlos und herzenskrank einher. Benützen Sie wenigstens das Heilmittel, welches Ihnen von dem HEiland dargeboten wird! — Aber ich fühle mich ja garnicht krank! Wozu soll ich mich in die Behandlung Ihres himmlischen Arztes begeben? — Sie sind dennoch krank. In stillen Stunden werden Sie dies auch empfinden. Das Neue Testament erzählt von einen: Jüngling, der sich von seinem Vater leiblich und geistig trennte und dann in tiefes Elend geriet, aber endlich sich durch seinen kläglichen Zustand bewegen ließ, ins Vaterhaus zurückzukehren, seine Sünden zu bekennen und um Wiederaufnahme zu bitten. Der Wendepunkt im Leben des jungen Mannes trat ein, als er in sich selbst hineingekommen war, wie es im Grundtext heißt. Wenn Sie,recht zu sich selbst kommen, müssen Sie erkennen, daß mannigfache Übertretungen der göttlichen Gebote Sie von Ihrem himmlischen Vater scheiden und unglücklich machen, daß Ihre Sünden der göttlichen Gnade bedürfen. — Diese Gnade kann ich dann aber unmittelbar, ohne Ihren Heiland, erlangen. — Nach Gottes eigenen Erklärungen hängt die Offenbarung seiner Gnade davon ab, daß man sie auf dem von ihn: gezeigten Wege, nicht auf einem selbstgewählten sucht. Der rechte Weg zur Gnade ist Ehristus, der um unserer Sünden willen in den Tod gegebene und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckte Gottmensch. In den Sprüchen mahnt der Ewige: ,,Gieb mir, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege Wohlgefallen!" Mit Bezug auf Thristum aber ruft Gott Ihnen und mir zu: ,,Er ist der Lebensweg, den ich in der Fülle der Zeit aller Welt eröffnet habe. Darum laßt ihn Euch Wohlgefallen! Ja, dies ist der Weg. Denselbigen gehet: sonst weder zur Rechten, noch zur Linken!" — Es unterliegt keinem Zweifel, daß die christlichen Lehren auf heidnische Völker vielfach gut gewirkt haben. Aber ich meine, man kann auch ohne sie fertig werden. — Nein, das kann man nicht. Fertig im vollen Sinne wird der Israelit ebenso wie der Heide erst dann, wenn der wahre christliche Glaube sein Herz einnimmt. Es ist umsonst, daß wir mit allerlei andern Mitteln an unserer Vervollkommnung arbeiten. Mose und die Propheten weissagen von dem Messias als dem, durch welchen Gott die Menschen vollkommen machen will. Die Apostel, die Märtyrer und die Reformatoren bezeugen, daß IEsus der Wiederhersteller und Vollender der menschlichen Natur ist: der, welcher sie aus ihrem durch die Sünde verderbten Zustand heraus und ihren: ursprünglichen Wesen und ihrer eigentlichen Bestimmung zuführt, hiermit steht die Erfahrung Tausender in der Gegenwart im Einklang. Bei IEsu, dem Messias, erlangt man die wahre Menschenwürde.

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