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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 6 (1898) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
6 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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steinernen Bank, die sich auf der Hochfläche von St. Helena befindet, und auf welcher der gefangene Napoleon häufig saß. Beschreiben nicht diese Worte auch das Gefühl eines Gotteskindes, das im Fimmel angelangt ist? Der steile, oft gefahrvolle weg ist zurückgelegt, die Pilgerreise vollendet. Der Wanderer darf ausruhen und dankbar zurückblicken auf seinen Lebensweg, dessen viele Windungen, Götzen und Tiefen er oft nicht verstand. In der köstlichen Ruhe, die ihn umgiebt, vergißt er die Mühsale der Reise. Er ruht aus. Gott Lob, daß ein solcher Tag einst kommen wird, an dem die Gläubigen ausruhen und dankbar sind! Aas ganze Much. Unter den zum Lhristentume bekehrten Einwohnern der kleinen Insel Mangaia im Stillen Ozean herrschte eines Tages große Freude. Man hatte in der Ferne das Schiff bemerkt, welches die vollständige Bibel in zahlreichen Exemplaren bringen sollte, während die Insulaner bis dahin nur einzelne Teile der heiligen Schrift in ihrer Sprache besessen hatten. Als das Schiff vor Anker gegangen war, machten sich die Männer von Mangaia daran, die schweren Bücherkisten durch die Brandung ans Land zu befördern. Bei dieser Arbeit, die zwei Tage in Anspruch nahm, sangen sie solgendes einander zu: „Das Wort ist gekommen, das ganze Buch. Laßt uns lernen das gute Wort! Unsere Freude ist groß. Das ganze Wort ist gekommen". Sobald alle Risten ins Missionshaus geschafft worden waren, öffnete der Missionar eine derselben und zeigte den Eingeborenen eine Vollbibel. Da brachen sie aufs neue in Jubel aus. Bald darauf wurde aus Anlaß dieses Ereignisses ein besonderer Gottesdienst in der Rirche gefeiert. Jeder, der lesen konnte, erhielt hierbei eine Bibel. Mehrere Gemeindeglieder sprachen bei der Feier über die große Freude, welche die Vollendung der Bibelübersetzung den christlichen Bewohnern Mangaias bereite. — Linst wird der Tag kommen, wo alle Rinder Jakobs darüber jubeln, daß sie die vollständige Bibel lesen dürfen und nicht nötig haben, sich mit der Hälfte, dem Alten Testament, zu begnügen. Bis jetzt sind es leider immer nur einzelne, welche sich davon überzeugen lassen, daß Gottes Gnade ihnen die ganze heilige Schrift, nicht nur einen Teil derselben, zugedacht hat. Ein Beispiel hierfür enthält der folgende Artikel. Gin Htauvenswechset in jüdischer Darstellung. N. N. las den Talmud und andere jüdische Schriften. Endlich aber kehrte er zur Bibel, zu Mose und den Propheten, zurück. Aber, ach, er gab sich so sehr dem Studium hin, daß er zu dem Schluß gelangte, die Thora sei nicht die ganze, vollständige Bibel. „Da fehlt noch ein Buch", pflegte er zu sagen, plötzlich kam ihm der Gedanke, daß die Christen das fehlende Buch von uns überkommen hätten und daß kein Jude, auch nicht der größte Gelehrte, von sich selbst entdecken könnte, was für ein Buch das sei. Lines Tages hielt er wirklich „das Buch" in seinen fänden. Der alte Vater war bestürzt, las, aber konnte das Buch nicht verstehen. Der Sohn aber verstand es. von den Seinigen verstoßen, ging er unter die Gojim und wurde einer ihrer Lehrer. _ Zum Nachdenken. 1. Einfache Hirten waren die ersten Prediger des Evangeliums. „Sie breiteten das Wort aus." Laß dich von den schlichten Männern nicht beschämen! Das Wort von dem Sohne Gottes, der in die Welt kam, Sünder selig zu machen, soll einen breiten Raum, den ersten Platz eiunehmen in unfern Herzen, unser Dichten und Trachten regieren. Dann aber müssen wir dies Wort auch ausbreiten und weitertragen zu unfern Nächsten. Meine nicht, du seiest dazu ungeschickt undunberufen! Jene Hirten sind auch keine Schriftgelehrten und Meister in Israel gewesen, und doch haben sie Gottes Sohn Botendienste gethan. Wenn noch niemand durch deine Gebete, deinen christlichen Wandel und Zuspruch den Eindruck bekam: „Sehet doch da! Gott will so freundlich, so nah zu den verlornen sich kehren!" dann brennt dein Glaubenslicht nicht Helle, oder es steht unter dem Scheffel und muß dort bald erlöschen. Entweder sind wir Missionschristen, welche unter allerlei Volk um Gottes Ehre eifern, oder unser Christentum ist eitel Schein und Heuchelei. Lebendige Jünger Jesu haben jederzeit bekannt: „wir können es ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten, was wir gesehen und gehöret haben". (Roxp-Perouse.)

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