Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 6 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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§8 2. Dem Gottesunb Menschensohne ist in den Tagen seines Fleisches manches Opfer gebracht worden. Die weisen aus dem Morgenlande haben ihre Schätze vor ihm aufgethan. Der Zöllner Levi hat ihn: ein großes Mahl zugerichtet. Zachäus hat ihn mit Freuden ausgenommen. Martha hat sich viele Sorge und Mühe gemacht, um ihm zu dienen. Weiber aus Galiläa haben ihm Handreichung gethan von ihrer Habe. Der HErr nimmt alle diese Opfer schweigend an. Aber als Maria ihn mit köstlichem Wasser gesalbt hat, spricht er: ,,Sie hat ein gutes Werk an mir gethan". Ihr Opfer war ihm besonders angenehm, weil sie ihn dadurch zu seinem Begräbnis gesalbt hatte. Ebenso angenehm sind ihm die dankbaren Lieder und Gebete, die wir ihm unter seinem Kreuze darbringen. Aber unser Dank soll nicht bloß in Worten geschehen. Die Treue, mit der wir ihm Nachfolgen, der Gehorsam gegen sein Wort, der Ernst und Eifer, womit wir unser Fleisch kreuzigen, die Liebe, womit wir um seinetwillen alles verachten und verlassen, die Geduld, nüt der wir auch unser Kreuz ihm nachtragen, die Sanftmut und Demut, die wir gegen unsere Brüder beweisen: das ist das rechte Dankopfer, das ihm lieblich und wohlgefällig ist. _^ ' (Ziethe.) Aus Briefen von Wifstonsfreunden. Ich weiß garnicht, wie es zugeht, daß man gar keine Zeit mehr hat; die Tage könnten vierfach länger sein, und siewären auch noch ausgefüllt. Mit unfern hebräischen Studien geht es langsam vorwärts, unser Lehrer nimmt es sehr gründlich; aber ich habe je länger, je mehr Freude daran. Die hebräische Sprache ist eine heilige Sprache, so kindlich und doch so tief; man versteht, wie der alte Bund das Zusammenfaffende aller weiteren Entwicklung ist, gleichwie der Baum mit seiner ganze:! herrlichen Pracht im Kern enthalten ist. Um das Folgende recht zu verstehen, muß man unbedingt den Uranfang verstehen. Das Iuden-Lhristentum ist ein anderes, als das Heiden-Lhriftenlum. E. A., geb. K. Mit großer Erwartung schaue ich auf die nächste Zeit. Ich las im letzten Sommer eine klare Darlegung von Herrn Dimbleby, einem Astronomen in London, dessen Ansicht mit der von vier andern bekannten gläubigen Herren übereinstiinmte, daß die Zeit der Heiden zu Ende sei und die jüdische Geschichte wieder in den Vordergrund treten werde. Es regt sich doch auch hin und her unter den Israeliten. So schaue ich aus, wartend und sehnend. Ich möchte dabei sein können, wenn das wort sich erfüllt: ,,Sie werden weinend kommen und betend, so will ich sie leiten und führen". Nun, im Geiste bin ich dabei, wenn Gottes Volk wieder einziehen darf ins gelobte Land, wir hatten hier einen ganz köstlichen, mir unvergeßlichen Vortrag über Israels Zukunft von Herrn Professor Ströter aus Amerika. Wie hat dieser Herr Israel lieb! Es ist ja auch eigentlich kaum anders denkbar für den Christen, und doch mangelt es noch bei vielen an der rechten Liebe. M. Zur Statistik. Die Berliner jüdische Gemeinde verlor in den Jahren 4893— 97 an Steuerbeträgen Ausgetretener 25647 Mk., 4696 allein 45696 Mk., da einer von den 42 Ausgetretenen dieses Jahres 9826 Mk. gezahlt hatte. Getauft wurden 4893 484, 1(894 (40, (895 494 Juden. Von den 504 i. I. 1(895 wegen Verbrechen und vergehen bestraften Juden wurden 476 zum ersten-, 40 zum zweiten-, 53 zum drittenmal, 53 noch öfter bestraft, von 4587 jüdisch-christlichen Mischehen des Jahres 1(895 waren 640 kinderlos, während 947 im ganzen 2458 Kinder aufwiesen. Nicht einmal ein Viertel dieser Kinder (560) wurde dem Judentums zugeführt. — Die Zahl der jüdischen Volksschulen in Preußen betrug 4886 348, 4894 244, 1896 246. Die Zahl der Schüler sank von 43270 (4686) auf 95(9 (4894) und zuletzt (4696) auf 6423, die der Lehrer von 407 auf 305, bezw. 308. Die öffentlichen Volksschulen wurden 4866 von 55420, 4894 von 50 386, 4896 von 27045 jüdischen Kindern besucht. — Die jüdische Bevölkerung der Rheinprovinz vermehrte sich von 4874 bis 4895 um 30,40/0 (von 36435 auf 49046 Seelen), während die Gesamtbevölkerung um 42,6 0/0 zunahm (von 3579347 auf 5406 002 Seelen)._ Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße 43. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahresxreis: 60 Pf. Druck von X Windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.