Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 5 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 HLiland nicht erspart bleiben. Die Sonne der Gerechtigkeit mußte untergehen. Aber auf das Abendrot folgte bald der herrlichste Acorgenglanz. Durch die Auferweckung am dritten Tage bekannte sich der Vater im Fimmel zu dem Erlösungswerk seines Sohnes. So wird es uns denn gewiß, daß wir durch den Gesalbten des HErrn Vergebung der Sünden und ewiges Leben empfangen können. And wenn wir diese Gaben von ihm annehmen, versiegelt uns Gottes Geist ihren Besitz. Dann kommt zu den äußern, geschichtlichen Zeugnissen das innere, das Zeugnis der Erfahrung, hinzu. Und so werden wir fähig, dem evangelischen Orden der Ritter des heiligen Grabes unseres Herrn ZEsu THristi beizutreten: mit dem Schwert des Geistes wider die Lüge und für die Wahrheit zu Felde zu ziehen, insonderheit bitterlich zu kämpfen für das große Hauptstück der christlichen Lehre, die Botschaft von dem durch den Tod hindurchgegangenen, zu neuem Leben erstandenen Gottessohn, dem einzigen Retter und Seligmacher des sündigen Menschengeschlechts. Basilius. Die Geschichte vom Tode des Bischofs Basilius des Großen (579 n. Ehr.) und seinem letzten Täufling, dein jüdischen Arzt Iosephus, wurde schon mehrfach dichterisch behandelt, weit verbreitet ist das diesem Gegenstand gewidmete Gedicht von Albert Knapp. Lin zweites, welches von Ludwig Adolf Stöber, Pfarrer und Mberschulrat in Mühlhausen, herrührt, machte das Missionsblatt ' des westdeutschen Vereins für Israel i. I. ^895 weiteren Kreisen zugänglich, weniger bekannt dürfte die von dein Berliner Universitätsprofessor Dr. Rudolf Lehmann-Filhes verfaßte Bearbeitung sein, die kürzlich im St. Michaclsboten erschien. Dies Gedicht lautet, wie folgt: Die Sonne neigt sich schon zum Himmelsrand, Und mit dem Tageslichte will ein Leben, Noch schwach gefesselt von des Leibes Band, Aus dieser Erdenwelt von hinnen schweben. Derweil tm Abendscheine hell und klar Sich purpurn Läsareas Zinnen färben, Durchklingt ein Schmerzenslaut die Lhristenschar: ,,Der Bischof Basilius liegt im Sterben." Im Kämmerlein des Greises mit Gebet Die Seinen bangen vor des Meisters Lnde. Sein Arzt und Freund, derIude Joseph, steht Am Bett und hält des Kranken matte Hände. ,,wie lang' noch giebt des Arztes Kunst mir Zeit?" Erklingt es leise aus des Bischofs Munde. „0 Herr," erwidert Joseph, „sei bereit Dahinzuscheiden noch in dieser Stunde, was Du noch ordnen willst, laß unverweilt In dieser kurzen Lebensfrist geschehen! Sieh', wie der Tag zu seinem Ende eilt! Zwei Sonnen werden heute untergehen." ,,Und kann mein Leben nicht," versetzt der Greis, ,,Bis an den Morgen mir erhalten werden?" „Ach, nein," spricht Joseph, „glaube mir, ich weiß, Daß keine Wunder mehr geschehen auf Erden. Den stillen Engel hat der HErr gesandt, von dessen Hauch der Menschen Wangen bleichen. Auch Dich berührte seine kalte Hand. Nie trügen mich die wohlbekannten Zeichen." „Und wie, wenn doch," fährt Basilius fort, „Bis morgen mir der HErr verleiht das Leben?" „Wohlan," versetzt der Arzt, „vernimm mein Wort: Dann will ich selber in den Tod mich geben." „NichtDich, mein Freund, nur Deinen stolzen Sinn, Durch den Du nie den weg zu Christo fandest. Er zog Dich oft voll Liebe zu sich hin, Doch Du in Deinem Hochmut widerstandest. Und wenn Dir jetzt vom HErrn dies Zeichen wird, Daß ich noch lebe, wenn die Nacht vergangen, So ruft aufs neue Dich der gute Hut. Dann säume nicht, die Taufezu empfangen." „Dir zur Beruhigung versprech' ich's gern. Doch jetzt, mein Teurbr, laß mich von Dir gehen! Auch meines Lebens Ziel ist nicht gar fern. DannvorIehovahsThronaufwiedersehenl" Es geht der Arzt, und Basilius kehrt Zum HErrn in brünstigem Gebet die Seele: