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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 5 (1898) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
5 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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37 Selbstverwünschung hat sich schauerlich erfüllt. Jerusalem und das ganze heilige Land wurden ein Blutacker. Doch sollen sie nicht ewig unter dem Gerichtsfluch bleiben. Die große Schuld kann und wird getilgt werden. Wie Judas, der leibliche Bruder Jesu, und seine Geschwister zu dem beseligenden Glauben an die Mesfianität und Gottessohnschaft ihres erstgeborenen Bruders gelangten, so werden auch Juda und Israel endlich alle Zweifel bannen und aus der Blutquelle von Golgatha, dein Born wider die Sünde und Unreinigkeit (Sach. f3, f), Heilung und Genesung schöpfen, helfet dazu, ihr Glieder der Kirche, daß Jakobs Nachkommen zu JEsu geführt werden und ihn begrüßen lernen mit dem Zuruf: „Gelobet sei, der da kommt im Nainen des PErrnI" Während die Synagoge die Zeit zwischen Ostern (pesach) und Pfingsten (Schebhuoth) besonders mit Rücksicht auf den Tod des Rabbi Akiba als eine Trauerzeit begeht, feiert die Airche sie wegen der Auferstehung Lhristi als eine Freudenzeit. Der Glaube an das großartige Ereignis der Wiederbelebung des getöteten Heilandes ruht auf zureichenden Gründen, vor allem auf zweierlei Zeugenaussagen: auf denjenigen der Osterpropheten des Alten und der Osterevangelisten des Neuen Testaments Kor. (5, 3 ff.). Wenn ein König eine Stadt besuchen will, wird seine Ankunft auf mancherlei Weise vorbereitet. Man entwirft ein Programm des feierlichen Einzugs. Setzen wir den Fall, ein deutscher Kaiser hätte vor 500 Jahren eine kleine deutsche Stadt besucht, aber die nähere Kunde von dieser Begebenheit wäre verloren gegangen. Wie soll die Sache festgestellt werden? Wir forschen in den Archiven nach, in welchen die Vergangenheit am lautesten zur Gegenwart redet. Ist nicht schon viel gewonnen, wenn wir dort eine Festordnung des Einzugstages entdecken? Sie sagt uns: Obwohl die Stadt höchst unbedeutend ist, wollte der Kaiser sie doch mit seinem Besuch beehren. Noch wichtiger ist es freilich, wenn man außerdem auch auf einen Festbericht stößt. Aus dem letzteren ergiebt sich, daß des Kaisers Absicht nicht vereitelt, sondern verwirklicht worden ist. Was geschehen sollte, ist also thatsächlich geschehen. Für die Auferstehung JEsu, den festlichen Wiedereinzug des himmlischen Königs in das Land der Lebendigen, haben wir gottlob nicht nur das alttestamentliche Festprogramm, sondern auch den neutestamentlichen Festbericht. Dort lesen wir z. B. Jes. 53, daß der auserwählte Gottesknecht, dessen reine Seele zum Schuldopfer für die Sünder dient, aus der Angst und dem Gericht genommen werden, eine unbegrenzte Lebensdauer und eine große, glückliche Nachkommenschaft haben soll. Ähnlich lautet die Weissagung Pf. ff0, 3. Im Neuen Testament aber hören wir nun, daß der von Gott entworfene Plan wirklich zur Ausführung gelangt ist. Zahlreiche Stimmen, mehr als 500, klingen hier in dem Ruf zusammen: „Lksristus ist von den Toten auferstanden." Der Tod konnte dem

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