Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1898-01-01 · 4 (1898) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
4 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2555022-2555026--09793-2565985
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

26 Heilung in ihren Flügeln oder Strahlen." Das ist eine messianische Weissagung. Ihre Erfüllung zeigte die Geschichte IEsu. In ihin kam der HErr, der unsere Gerechtigkeit ist, mit Hellem, warmem Licht in die Welt. Als diese Sonne zu leuchten anfing, konnte man nüt dem Priester Zacharias, den: Vater des Täufers Johannes, jubeln: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes hat uns besucht der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens." Aber ain Aarfreitag ging die Sonne der Gerechtigkeit unter. Dunkel und kalt wurde es jetzt wieder auf Erden. Die Gemeinde der fröhlichen Bekenner verwandelte sich in eine Schar von Leidtragenden und Weinenden. Da kam der dritte Tag und mit ihm die Botschaft: „Die Sonne, die untergegangen war, ist abermals aufgegangen." Das Grab war an: Ostermorgen leer, der Tote ins Leben zurückgekehrt. Auf diesen zweiten Sonnenaufgang wird kein Sonnenuntergang mehr folgen. Die natürliche Sonne wird einst ihren Schein verlieren, wenn Himmel und Erde vergehen, aber das Licht, welches der auferstandene Messias ausstrahlt, kann nie wieder ausgelöscht werden. Freilich bleibt immer jenes Prophetenwort in Geltung, daß die Sonne der Gerechtigkeit nicht allen Menschen ohne Ausnahme, sondern nur den Gottesfürchtigen aufgeht. Ohne einen frommen Sinn kann man sie nicht erblicken, so wenig der Blinde imstande ist, die andere Sonne zu sehen. Wer besitzt einen solchen Sinn, ein sehfähiges Geistesauge? Worin gibt sich die Gottesfurcht kund, deren Abwesenheit uns die Lichtfülle des verklärten Gottessohnes verbirgt? Außere religiöse Bräuche allein vermitteln noch nicht den Zugang zu der höchsten Gottesoffenbarung. Schon die älteste Airchengeschichte lehrt uns, daß hierzu mehr gehört. Das Herz muß für Gott schlagen. Es muß bereit sein, Glück und Unglück von Seiner Hand anzunehmen. Es muß vor allein seine Sünden beseufzen und ihre Sühnung begehren. Der Weg auf die steile, lichte Höhe des Heils führt stets durch das dunkle Thal der Buße. Alagst Du, mein Freund, darüber, daß sich Deine Beziehungen zu Gott gelockerthaben, daß Dich kaum noch Ein Faden an ihn binde, so halte diesen einen, der nach dem Zerreißen der andern noch übrig ist, um so fester I Laß um alles in der Welt Deinen Schöpfer nicht fahren! Du würdest Dich sonst eines geistlichen Selbstmordes schuldig machen. „Wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe. Wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, das er hat." Fürchte Gott, damit auch Dir das Licht ausgeht, in dessen Strahlen wir die wahre Gesundheit erlangen, dem zu Ehren wir alle Tage unseres Lebens als Ostertage feiern dürfen. Fürchte Gott, dann wirst Du mit jedem rechten Lhristen in das Bekenntnis cinstimmen: „IEsus, der Gekreuzigte und Auferstandene, hat Israel, ja, die ganze Menschheit erlöst und ist auch mein Erlöser." Die Gottesfurcht führt von einer Alarheit zur andern, von einer Araft zur andern. Sie öffnet endlich die Pforte zu dem Thronsaal des Höchsten, in welchen: der erhöhte Heiland den Platz zur Rechten seines Vaters einnimmt, um die von Gott ihm übertragenen Herrschaftsrechte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.