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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 3 (1898) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
3 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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20 mitzunehmen, lucmi man ihn dazu nötigt, dem indischen Gottesdienst beizuwohnen. Bei solchem Anlaß hat er schon oft seinen Stammesgenossen das Evangelium gepredigt. Er forderte einen Bekannten in Stambul auf, ein Lesezimmer zum Zweck gründlichen Bibelstudiums zu eröffnen. Aber der Großrabbiner, der hiervon Runde erhalten hatte, verhinderte die Verwirklichung des Plans. Er bewog den Ilnterrichtsminister, die Erlaubnis zur Eröffnung des Lesezimmers zu verweigern. — Eines Tages kam zu Q. ein alter Israelit, welcher sich bis dahin damit beschäftigt hatte, Aranke zu besuchen, über ihnen zu lesen und Zauberworte für sie zu schreiben. Der Greis bat um Taufunterricht. Sein Vater war einst Rabbiner in Haskeuy. Sein Bruder trat in Jerusalem der christlichen Rirche bei. Derselbe ließ ihn dorthin konnnen, starb aber kurz vor seiner Ankunft. Seither arbeitet der Geist Gottes an dieses Juden Kerzen. Er besucht jetzt das Missionshaus regelmäßig, unr das N. T. zu lesen. — Der Oheim eines jüdischen Mädchens, welches der Erziehungsanstalt in Ortakeuy angehört hatte, nahm früher der Mission gegenüber eine unerfreuliche Haltung ein. Rürzlich aber überraschte er den Missionsarbeiter durch die Mitteilung, daß er am Judentum verzweifle uitd gerne einige Missionsbücher lesen werde. Jene Anstalt, die den Namen „Auzularem" führte, wurde bei ihrer silbernen Jubelfeier, am s6. Sept. v. I., aufgehoben. Ihre Gründerin und erste Leiterin, Frau Newman, starb ^883. Im folgenden Jahr übernahnr die Gattin des Missionars Lrighton- ° Ginsburg das Heim. J887 wurde es von Haskeuy nach Ortakeuy verlegt. In den 25 Jahren seines Bestehens hat es viel Gutes gestiftet. Die ersten Zöglinge des am (6. September P72 cröffneten Hauses waren christliche Bulgarinnen. Später nahm man hauptsächlich Jüdinnen aus Aonstantinopel auf. Manche Schülerinnen widmeten sich dem Lehramt. Das Bedauern über die notwendig gewordene Auflösung der Anstalt war auf allen Seiten groß. Wie die Vorsteherin in ihrer Ansprache bei der Schlußfeier hervorhob, bildete das Mort Gottes die Grundlage und die Liebe Thristi die bewegende Rraft des Heims. Vielleicht ist es einer späteren Zeit möglich, die jetzt abgebrochene, wichtige Arbeit der christlichen Erziehung der weiblichen Jugend in der Hauptstadt der Türkei wieder aufzunehmen. Der Hamburger Arch Dr. Rausch eiifüat als RetigionsPhilososth. Dies Thema behandelte einer der Donnerstagsvorträge, welche während des letzten Winters im Berliner Brüdersaal stattfanden. Di'. Adolf Rauschenplat, ein 66 Jahre alter Arzt, hat, wie er selber sagt, in seinen Mußestunden stets mit Leidenschaft seiner Lieblingsneigung, dem Grübeln und Sinnieren, gefröhnt. Ergebnisse seines Nachdenkens sind folgende Schriften: Der cherubinische Wandersmann (nach dem J675 Sinnsprüche enthaltenden Hauptwerk von Angelus Silesius). 2. Thristentum und Atomtheorie. 3. Bismarck und Spinoza. 4. Der Idealismus. 3. Ecce liorao. Eine Weltanschauung mit stereoskopischem Blick.

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